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| 19:45 Uhr

Kultur
Neuer Blickwinkel für Gundermanns Lieder

 Der Bürgerchor wird von André Bischof geleitet.
Der Bürgerchor wird von André Bischof geleitet. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Der Bürgerchor Hoyerswerda hat in der Kulturfabrik mit dem „Koffer-Konzert“ gezeigt, wie vielseitig „Gundis“ Musik ist. Von Katrin Demczenko

Konzerte können Menschen Musik und deren Interpreten näher bringen. Das bewies vergangenen Freitag die Premiere des neuesten Programms des Bürgerchores der Kulturfabrik Hoyerswerda unter seinem Leiter André Bischof. Die mehr als 60 Hobbysänger zwischen 13 und 82 Jahren sangen vor vielen Gästen im Saal „Koffer-Songs“ vom Rockpoeten Gerhard „Gundi“ Gundermann. So hatte dieser selbst seine Coversongs genannt, denn er „borgte“ sich gern Hits von Stars wie den Beatles, Kate Bush, Nash & Young oder anderen aus, um sie mit eigenen Texten vorzutragen.

Die Kufa-Trommelgruppe „Drum Tastic“ und die Violinistin Lydia Richter begleiteten den Bürgerchor bei dessen erstem Lied „Männer und Frauen“. Gundi hatte es 1988 auf LP veröffentlicht, und die Musik dafür stammte von dem polnischen Musiker Marek Grechuta, erzählte Christian Völker-Kieschnick. Gundermanns Übersetzung des Leon Gieco Titels „Solo le pido a dios“ in „So wird es Tag“ und der John Lennon-Hymne „Imagine“ erklangen, wobei bei letzterer der Chorsänger Steffen Witschaß ein Solo hatte. Den Song „The Passenger“ hat der Künstler Iggy Pop in den 1970er-Jahren in West-Berlin geschrieben und Gundi machte darauf seinen Text „Owehoweh“. Er reflektierte den Niedergang des Braunkohleabbaus in den 1990er-Jahren.

Doch Gundermann hat auch für andere Texte geschrieben, zum Beispiel für den Singeklub „Dampfmaschine“ der Betriebsberufsschule Schwarze Pumpe und die Band Silly. „Verlorene Kinder“ haben Tamara Danz und Silly 1989 auf ihrer CD „Februar“ veröffentlicht, erzählte Christian Völker-Kieschnick. Der Bürgerchor und seine Solistin Nicole Kalauka sangen dieses Lied in Erinnerung an die verstorbenen Künstler Gerhard Gundermann und Tamara Danz. Natürlich waren fast alle Stücke vierstimmig zu hören, was mehr klangliche Facetten und Tiefe erleben ließ, als es Gundermann als Solist möglich gewesen war. Die einstimmig gesungenen Lieder HoyWoy I und HoyWoy II (Melodie von Bruce Springsteen) sangen alle Anwesenden als Bekenntnis zu Hoyerswerda gemeinsam.

Denise Lutosch aus Cottbus kannte weder den Chor noch Gundermann-Songs und sagte am Schluss: „Das lohnt sich.“ Jürgen Lienig fand: „Der Auftritt war eine großartige Werbung für Hoyerswerda. Die Veranstaltung hat es verdient, auf größeren Bühnen gezeigt zu werden.“

 Der Bürgerchor wird von André Bischof geleitet.
Der Bürgerchor wird von André Bischof geleitet. FOTO: Katrin Demczenko