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| 14:47 Uhr

Kunstausstellung
Gymnasiasten malen Klänge

Paul Reier neben seinem großformatigen Gemälde.
Paul Reier neben seinem großformatigen Gemälde. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Foucault-Schüler präsentieren ihre Kunstobjekte im Schloss. Es ist die erste Ausstellung nach der Renovierung des zweiten Obergeschosses. Von Martina Arlt

Großformatige Malereien, künstlerisch gestaltete Bücher, Druckgrafiken, Fotografien und andere Objekte präsentieren die elf Teilnehmer des Kunst-Leistungskurses des Foucault-Gymnasiums Hoyerswerda im Schloss. die Ausstellung ist bis zum 9. April zu sehen.

Zur Vernissage waren viele Mitschüler, Lehrer, Familienangehörige und Vertreter der Zoo Kultur und Bildung gGmbH gekommen. Die Leiterin des Schlosses, Kerstin Noack, freute sich, nach einjährigen Renovierungsarbeiten im zweiten Obergeschoss wieder die erste Ausstellung eröffnen zu können. Die Arbeiten der Abiturienten des Jahrgangs 2018 sind nicht nur auf der Sonderausstellungsfläche im Renaissanceteil zu sehen, sondern auch in den neu gestalteten Räumen des Barockteils.

Dort kommen die Arbeiten des Projekts „Licht und Klang“ gut zur Geltung, findet Kunstlehrerin Ines Lenke. Sie war über die ganzen zwei Jahre von den vielen kreativen Ideen ihrer Schüler begeistert und formuliert es so: „Man konnte mit euch fliegen.“ Die gute Zusammenarbeit begann sofort zu Beginn der Klasse 11 während einer einwöchigen Ostseeexkursion, von der Hannes Jetschick erzählt. Einen besonderen Zugang zum Thema Architektur bot für ihn die Körpermalerei, bei der alle Schüler ihre Arme, Beine, den Rumpf und den Kopf als „Leinwand“ nutzten. Jeder wurde von einem Partner in ein Gesamtkunstwerk verwandelt und fügte eine Kopfbedeckung, selbst gemachte Schuhe und Schmuck hinzu. Die erspürten Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur ließen an der Ostsee ausdrucksstarke Fotos, Grafiken und Aquarelle entstehen, die nun öffentlich gezeigt werden.

Die zwei mal ein Meter oder ein mal ein Meter großen Holzplatten, die zum Thema „Licht und Klang“ zu gestalten waren, wurden zur besonderen Herausforderung, denn es stand nur eine Woche Arbeitszeit zur Verfügung, berichtet Paul Reier. Kurzentschlossen kamen die Schüler auch sonntags zur Schule, um Klänge sichtbar zu machen, die doch eigentlich nur hörbar sind. Alle konnten neben verschiedensten Farben und unterschiedlichem Papier ausgediente Instrumente der Musikschule Hoyerswerda verwenden. Paul Reier hatte Klänge aus Schallbechern zweier Hörner als weißen Nebelvorhang sichtbar gemacht. Seine futuristische Figur tritt, die Welt und sich selbst erkennend, daraus hervor. In dem Motiv dieser Installation erkannte Barbara Reier sofort die Handschrift ihres Enkels Paul. „Das ist seine Art zu malen“, sagte sie lobend.

Sophia Keck ließ Teile einer Querflöte und einer Klarinette unter Wasser schwimmen und stellte so Geräusche in Neptuns Reich dar. Das Motiv hat sie von der Ostseeexkursion mitgebracht. Sie sagt, in den zwei Jahren Kunst-Leistungskurs die Umwelt genauer wahrgenommen zu haben.

Schulleiter Uwe Blazejczyk spricht von Kreativität und Offenheit, die die Abiturienten mit ins Leben nehmen. Entdeckt haben sie diese Fähigkeiten in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit ihrer Lehrerin Ines Lenke.