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Hoyerswerda
Festival im Zeichen der Heimat

Spaß für die ganze Familie: Für das interaktive Märchen „Das listige Füchslein“ gibt es noch Karten. Die kleinen Gäste können sich am Geräusche-Herstellen beteiligen und sogar mit auf die Bühne gehen.
Spaß für die ganze Familie: Für das interaktive Märchen „Das listige Füchslein“ gibt es noch Karten. Die kleinen Gäste können sich am Geräusche-Herstellen beteiligen und sogar mit auf die Bühne gehen. FOTO: Lausitzhalle Hoyerswerda
Hoyerswerda. Die 53. Musikfesttage in Hoyerswerda stehen kurz bevor. Programm verspricht Abwechslung. Von Anja Hummel

Dass Carmen Hoffmann ihr ganzes Herzblut in die bevorstehenden, mit Kultur erfüllten Tage gesteckt hat, ist nicht zu überhören. Während die Organisatorin der 53. Musikfesttage Hoyerswerda von den Solisten, den Sinfonien, der Malerei und den Shows für Jung und Alt schwärmt, lauscht ihren Worten neben Oberbürgermeister Stefan Skora und den Sponsoren-Chefs von Sparkasse und Wohnungsgesellschaft auch ein Mann, der sich während der Festtage ab dem 15. April bei den Besuchern womöglich für einen „klassischen“ Ohrwurm verantworten muss. Es ist der Bautzener Jan Cyž. Komponiert hat er eine 35-sekündige Melodie mit Wiedererkennungswert. Als „lyrisch und zackig“ beschreibt Jan Cyž seine „Fanfare“, die künftig jeweils zu den großen Konzerten in der Lausitzhalle den offiziellen Beginn markieren wird. Zum Eröffnungskonzert am kommenden Sonntag wird der „musikalische Guss aus Hoyerswerdaer und Lohsaer Musik“ uraufgeführt.

Neben der neuen Erkennungsmelodie wird es in diesem Jahr wieder das Kulturtaxi und die Flatrate geben. Letztere ist für junge Gäste ein echter Hit: Für gerade einmal fünf Euro können sich die Jugendlichen alle Konzerte anschauen. Das Kulturtaxi hingegen wird eher von der älteren Generation genutzt. „Im vergangenen Jahr wurde es sehr gut angenommen“, resümiert Projektleiterin Carmen Hoffmann. Für 3,50 Euro kann sich jeder Besucher von der Spielstätte nach Hause chauffieren lassen. Neben der Lausitzhalle, die seit dem Jahr 2000 die Musikfesttage organisiert, sind auch die Johanneskirche und das Schloss Hoyerswerda Schauplätze der Musikfesttage. So ist vor allem das Schloss, wie Carmen Hoffmann berichtet, die heimlich wahre Hauptkonzertstätte. Neun der zwölf Veranstaltungen finden im Schlosssaal mitten in der Altstadt statt. „Im vergangenen Jahr fiel das Schloss als Veranstaltungsort aus“, erzählt Carmen Hoffmann. Grund waren Umbauarbeiten. Wie sehr sich die Besucher der Musikfesttage jedoch auf Show, Tanz und Theater im Schloss freuen, merke man deutlich am Kartenvorverkauf. 1600 Tickets sind mittlerweile in Umlauf, zwei Veranstaltungen schon ausverkauft. Das betrifft die Unterhaltungs-Swing-Show der „Zucchini Sistaz“ und den Klavierabend mit den jungen Virtuosen „Kaufmann und Kaufmann“.

Doch dass die 53. Festtage unter dem Credo „Variatio delectat – Abwechslung erfreut“ stattfinden, bestätigt das Programm: Neben Malerei gepaart mit Musik und sorbischer Literatur gibt es auch beste Unterhaltung für die Kleinsten. „Es ist so ein niedliches Stück“, kommt Carmen Hoffmann wieder ins Schwärmen, als sie vom interaktiven Märchen „Das listige Füchslein“ erzählt. Hier sind die Kinder nicht nur Zuhörer, sondern werden mit Instrumenten und Gesang selbst zu den eigentlichen Stars der Aufführung.

Insgesamt wirken 225 Personen mit, von denen 212 Künstler aus Hoyerswerda, der Lausitz und dem Land Sachsen kommen. „Die Festtage stehen ganz im Zeichen der Heimat“, sagt Carmen Hoffmann, die gerne betont, wie angesehen dieser kulturelle Höhepunkt über die Region hinaus ist. „Wir bekommen Anfragen von so vielen Künstlern, bundesweit und auch international, haben aber nur zwölf Veranstaltungen“, wirkt es beinahe wie eine Entschuldigung von Carmen Hoffmann. „Wir können und müssen uns die Künstler aussuchen.“ Auch Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora ist stolz auf den kulturellen Jahreshöhepunkt. „So etwas gelingt in manchen Metropolen nicht“, würdigt er die Organisation.

Und so wird der rote Teppich am kommenden Sonntag zum 53. Mal in der Neustadt ausgerollt.  Doch noch bevor der wieder eingepackt ist, blickt Carmen Hoffmann schon zwölf Monate voraus. „Eine gute Planung ist alles“, sagt die Projektleiterin der Lausitzhalle, lächelt und gibt ein Geheimnis preis: 2019 soll wieder ein internationaler Künstler über den roten Teppich laufen.

Zu sehen gibt es ein Kurz­interview mit Organisatorin Carmen Hoffmann sowie die neue Festtagsmelodie auf www.lr-online.de/video.