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| 13:31 Uhr

Theater
Die „Lerche“ bleibt ein Dauerbrenner

Szenen einer (Theater)ehe: Bei der Probe zum Stück „Es war die Lerche“ geht es zwischen den Eheleuten Romeo (Uwe Proksch) und Julia (Sabine Proksch, Bildmitte) und dem pubertierenden Töchterchen Lucretia (Helene Deus) wieder einmal sehr turbulent zu.
Szenen einer (Theater)ehe: Bei der Probe zum Stück „Es war die Lerche“ geht es zwischen den Eheleuten Romeo (Uwe Proksch) und Julia (Sabine Proksch, Bildmitte) und dem pubertierenden Töchterchen Lucretia (Helene Deus) wieder einmal sehr turbulent zu. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Die Kufa-eigene Theatergruppe spielt das Ephraim-Kishon-Stück seit sechs Jahren erfolgreich. In der Stadt gibt es mehrere Möglichkeiten, sich auf der Bühne auszuleben. Von Rainer Könen

Die Theatergruppe der Kulturfabrik (Kufa) „Einmaldiewoche“ kommt bei ihrem Publikum mit dem Stück „Es war die Lerche“ super an. Vier Vorstellungen hat es im März bereits gegeben – alle ausverkauft. Restlos, wie Theaterchefin Sabine Proksch betont. deshalb gibt es jetzt am Sonnabend, 24. März, noch eine Extra-Vorstellung.

Vor sechs Jahren fand in der Kufa die Premierenaufführung dieses Stückes statt, das sich um die Frage dreht, wie die Beziehung zwischen Romeo und Julia 30 Jahre nach ihrem Doppelselbstmord weitergegangen wäre. Beim bekanntesten Liebespaar der Weltliteratur hängt der Haussegen schief, die beiden werden von Geldsorgen und ihrer pubertierenden Tochter Lucretia geplagt. Da muss William Shakespeare wieder ran, um die Dinge ins Lot zu bringen.

Mit einem Sofa ist das Bühnenbild bei dieser Inszenierung sehr überschaubar. Theaterchefin Sabine Proksch spielt in dem Stück eine der Hauptfiguren, gibt die Julia Montague-Capulet. Sie und die anderen fünf Mitspieler haben mit diesem Werk in den vergangenen Jahren schon etliche Male begeistern können. Ein Besuch bei einer der Proben der Laiendarsteller zeigt: Hier haben alle ihren Spaß.

Wie groß ist überhaupt in einer Stadt wie Hoyerswerda das Interesse am Theaterspielen? Man könne das, sagt Sabine Proksch, sicher nicht mit den Verhältnissen in Leipzig oder Dresden vergleichen, wo es zahlreiche Theatergruppen gebe. Aber für diejenigen, die sich in Hoy­erswerda mal gerne auf der Bühne produzieren möchten, gebe es auf jeden Fall Darstellungsmöglichkeiten, so Proksch weiter.

Für solche Theaterinteressierten ist die Kufa ein guter Anlaufpunkt. Hier gibt es die Gruppe „All inklusive“, eine Schülertheatergruppe des Lessing-Gymnasiums, die von Sabine Proksch geleitet wird. Die Jugendlichen nehmen regelmäßig an den Schülertheatertagen der Neuen Bühne Senftenberg teil. Wer im reiferen Alter die Lust am Theaterspielen entdeckt, ist bei „die herzogen“ bestens aufgehoben.

Wer altersmäßig zwischen diesen beiden Gruppierungen liegt, passt gut zu „Einmaldiewoche“. Obwohl die seit 1996 bestehende Gruppe recht homogen sei, wie die Theaterchefin erzählt. Man habe seit vielen Jahren einen festen Kreis von rund zwölf Darstellern. Da immer die passenden Stücke zu finden, bei denen alle mitwirken können, sei oft nicht einfach, so Sabine Proksch, die betont, dass das Theater im kulturellen Leben der Stadt aber auf jeden Fall einen festen Platz habe. Das sieht man auch, wenn in der Lausitzhalle das Weihnachtsmärchen aufgeführt wird. Dieses Ensemble der Lausitzhalle, bei dem auch Darsteller von Einmaldiewoche dabei sind, ist eine über die Jahre zusammengewachsene Gruppierung, bei der auch immer wieder mal neue Darsteller mitmachen.
Beständigkeit ist das vorherrschende Kriterium bei diesen Theatergruppen. Heißt aber auch: Wer Lust aufs Theaterspielen hat, kann sich in Hoyerswerda auf jeden Fall auf einer Bühne ausleben.