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Hoyerswerda
Die Lausitzhalle wird geflutet

Wasser marsch! Chefchoreograf Dan Pelleg startet die Flutung der Lausitzhallenbühne, nachdem zwei Tage lang der Bühnenboden abgedichtet wurde. Am Freitagabend ab 19.30 Uhr wird hier das Tanzstück „Aqua“ von der Tanzcompany des Görlitzer Theaters aufgeführt.
Wasser marsch! Chefchoreograf Dan Pelleg startet die Flutung der Lausitzhallenbühne, nachdem zwei Tage lang der Bühnenboden abgedichtet wurde. Am Freitagabend ab 19.30 Uhr wird hier das Tanzstück „Aqua“ von der Tanzcompany des Görlitzer Theaters aufgeführt. FOTO: Catrin Würz / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Hoyerswerda. Für ein bislang einzigartiges Tanzstück wird die große Bühne in Hoyerswerda zum Wasserbassin. Der technische Aufwand für diese Inszenierung ist enorm.

Das hat es noch nicht gegeben - und das wird es auch so schnell nicht wieder geben: Für ein Tanzstück wird am Freitagabend die Bühne der Lausitzhalle Hoyerswerda geflutet. Auf einer über 80 Quadratmeter großen Fläche werden die Tänzer im nassen Element - im Lebenselixir „Aqua“ - ihre Tanzkünste zeigen. „Das Wasser ist unser Tanzpartner“, verspricht Marko E Weigert außergewöhnliche Bilder.

Der künstlerische Leiter der Tanzcompany des Theaters Görlitz hatte vor vier Jahren gemeinsam mit Chefchoreograf Dan Pelleg die Idee zu dieser einzigartigen Inszenierung. Im knöcheltiefen Nass bewegen sich die zwölf Tänzer synchron zu den fließenden Bewegungen des Wassers, spielen und kommunizieren mit ihm. Auch der Klang des Wassers spielt eine Rolle. In Görlitz zeigt die Tanzcompany ihr Stück seit drei Spielzeiten gewöhnlich vor ausverkauftem Haus. Da lag der Versuch nahe, damit auf Gastspiel zu gehen.

Die Lausitzhalle Hoyerswerda wird am Freitag ab 19.30 Uhr nun eine dieser Auswärts-Vorstellungen präsentieren. Ein aufwändiges Projekt. Denn bevor sich am Abend der Vorhang für „Aqua“ hebt, waren bereits seit Mittwoch enorme Vorbereitungen nötig.

Ein Team der Görlitzer und Hoy­erswerdaer Bühnentechniker haben die gesamte Bühnenfläche mit mehreren Lagen Teichfolie ausgelegt und eine Art Flachbassin daraus geformt. „Hier in Hoyerswerda ist ganz unten noch eine Extra-Schicht Sicherheitsfolie aufgebracht“, bestätigt Marko E. Weigert. Während es in Görlitz nicht ganz so dramatisch wäre, wenn sich ein paar Tropfen den Weg durch die Konstruktion bahnen würden, wäre dies für die Lausitzhalle ein Drama. Denn unter der Bühne ist der Orchestergraben. „Und der soll ja auf keinen Fall beschädigt werden“, sagt Programmchefin Carmen Hoffmann von der Lausitzhalle.

Bis Donnerstagabend wurde deshalb akribisch die dicke Folie verlegt, verklebt und abgedichtet. Punkt 17 Uhr war dann der große Moment: Der Hahn wurde aufgedreht und das Wasser ergoss sich aus dem Gartenschlauch mitten auf die Bühnenfläche.

Eigentlich hatte die Crew aus Görlitz für das Befüllen des Bassins wie im Stammhaus ein C-Rohr der Feuerwehr verwenden wollen. „Doch nirgends bei den angefragten Feuerwehren gab es einen transportablen Durchlauferhitzer, der die C-Rohr-Variante ermöglicht hätte“, erklärt Carmen Hoffmann.

Denn: Ja, das Becken wird mit warmem, sogar heißem Wasser befüllt. „Das ist wichtig für unsere Tänzer, die nicht eineinhalb Stunden in kaltem Wasser tanzen können“, erläutert Company-Chef Marko E. Weigert.

Er hat am Abend die Stopp­uhr gedrückt, um die Zeit zu messen, wie lange es dauert, bis mit dem dünnen Gartenschlauch die gewünschten 4,5 Kubikmeter Wasser in das zehn mal acht Meter große Becken eingelaufen sind. Am Freitag werden die Bühnentechniker dann so spät wie es gerade noch möglich ist vor Vorstellungsbeginn mit dem „Fluten“ der Tanzfläche beginnen. „Das Wasser kühlt recht schnell aus. Wir wollen unseren Tänzern aber die bestmögliche Temperatur bieten“, so Weigert. Gewöhnlich ist das Wasser zum Beginn der Vorstellung etwas 30 Grad warm. Nach eineinhalb Stunden Nonstop-Vorstellung hat es bloß noch Zimmertemperatur um 22 Grad.

Auf die Vorstellung morgen Abend freuen sich die Tänzer  ebenso wie die Bühnentechniker aus beiden Häusern - Görlitz und Hoyerswerda. Denn in die Aufführung haben alle sehr viel Schweiß hineingesteckt. Rund 400 Tickets sind bereits verkauft. „Und wir haben ein sehr junges Publikum dafür begeistern können“, freut sich Carmen Hoffmann, die alle Gymnasien im Umland auf diese einzigartige Aufführung aufmerksam gemacht hat.