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| 12:12 Uhr

Kulturfabrik Hoyerswerda
Jetzt werden erst einmal die Körper gelockert

Die Kufa-Tanzcompagnie übt mit Dirk Lienig (1.v.l.). Die Premiere von „Eine Stadt tanzt: Manifest“ soll am 1. Juni im leeren Obergeschoss des Centrum-Warenhauses, das zum Lausitz-Center gehört.
Die Kufa-Tanzcompagnie übt mit Dirk Lienig (1.v.l.). Die Premiere von „Eine Stadt tanzt: Manifest“ soll am 1. Juni im leeren Obergeschoss des Centrum-Warenhauses, das zum Lausitz-Center gehört. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Endlich tanzen sie wieder, die Mitglieder der Tanzcompagnie der Kulturfabrik (Kufa) Hoyerswerda. Der Anlass: Sie proben ein neues Stück zum 750. Geburtstag ihrer Stadt ein. Von Katrin Demczenko

Viele Teilnehmer wie Barbara Mietzsch und ihre Kinder kennen die intensive Arbeit, die sie in den nächsten fünf Monaten erwartet von vorherigen „Eine Stadt tanzt“-Projekten. Claudia Barthel und ihre Tochter Celina-Marie sind neu dabei und lassen sich etwas überraschen. Während Claudia Barthel als Jugendliche Standard- und Lateintänze erlernt hat, bringt Celina-Marie Kenntnisse im Jazzdance mit. Die beiden bringen aber auch Spaß an Bewegung zu Musik und am Theater mit.

Die 63jährige Vera Opelt hatte eigentlich schon 2014 bei dem Ballett von Igor Stravinski „Le sacre du printemps“ mittanzen wollen, konnte aber aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen nicht. Jetzt macht sie mit und möchte „Neuland erkunden“. „Anstrengend ist das“, stellt sie nach der ersten 30-minütigen Tanzeinheit fest, trinkt einen Schluck Wasser und schon geht es weiter.

Der Ex-Profi-Tänzer Dirk Lienig und jetzige Kufa-Mitarbeiter gibt die Bewegungen vor. Bis Anfang März wird der Körper gelockert und alle Muskeln intensiv genutzt. Dabei erfolgt der Aufbau von Kraft, Ausdauer und koordinativen Fähigkeiten. Bis zu dreimal pro Woche wird trainiert.

Dirk Lienig dankt ausdrücklich Kristin Kohl, die mit einem Häuflein Unentwegter in der dreijährigen kreativen Pause von „Eine Stadt tanzt“ weiter geübt hat. Die neuen Teilnehmer und solche, die vielleicht noch dazustoßen, bittet der Trainer um Geduld, denn „der Körper kommt erst nach vier bis fünf Wochen in den Fluss rein“. Das bedeutet, er gewöhnt sich langsam an die Bewegungen des modernen Tanztheaters.

Ab März beginnt die Erarbeitung der Choreografie mit Unterstützung durch die ehemalige Choreografin des Deutschen Fernsehballetts Darina Dimitrov und den Musicaldarsteller Stefan Schiwek.

Dirk Lienig und der Hoyerswerdaer Dramaturg Olaf Winkler entwickeln jetzt die Tanzbilder für das Projekt „Eine Stadt tanzt: Manifest“. Es beschäftigt sich mit dem Thema Zukunft und dem Leitbild „Hoyerswerda 2030 – für eine solidarische, selbstbewusste und weltoffene Heimatstadt“. Gesucht werden Ideen, was Bürger, Stadtverwaltung und Vereine tun können, um diese Vision erfolgreich umzusetzen, sagt Dirk Lienig. Er ist sich sicher, dass geht nur gemeinsam und formuliert: „Die Stadt sind wir alle“.

Aufgeführt wird das Stück mit dem Kufa-Bürgerchor und dem Kölner Jazzgitarristen Hanno Busch. Premiere ist am 1. Juni im leeren Obergeschoss des Centrum-Warenhauses, das zum Lausitz-Center gehört. In Hoyerswerda gedrehte Videos mit Tanzszenen sowie Interviews der Tänzer werden gezeigt und der ganze Abend findet verteilt auf mehreren Bühnen statt. So sollen die Zuschauer in die Aufführung einbezogen werden, erklärt Dirk Lienig. Die Kamenzer Innenarchitektin Anne Hasselbach gewann er für die Gestaltung des umfangreichen Bühnenbildes.