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Kunstverein
Mit „goldenem Gut“ endet das Jahr

Roza Domascyna bei der Lesung.
Roza Domascyna bei der Lesung. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Die Dichterin Roza Domascyna hat ihr neues Buch im Schloss Hoyerswerda vorgestellt. Mit sorbischer Musik startet der Kunstverein 2018. Von Katrin Demczenko

Ihr neues Buch „Das goldene Gut“ hat die sorbische Dichterin Roza Domascyna im Schloss vorgestellt. Die Lesung mit rund 50 Gästen stellte zugleich die Jahresabschlussveranstaltung des Kunstvereins Hoyerswerda dar.

Roza Domascyna hat viele Märchen ihrer Landsleute über Tiere und Menschen gesammelt und ins Deutsche übersetzt. Zum Teil kannte sie die wundersamen Geschichten von ihrer Oma, einer anerkannten Märchenerzählerin aus Horka bei Kamenz. Andere fügte Roza Domascyna aus Sammlungen vergangener Jahrhunderte in ihr Buch ein, das beim Domowina-Verlag erschienen ist. Dessen Leiterin Maria Matschie freute sich über das Interesse der Besucher an den Märchen, die die Sicht ihres Volkes auf das Leben spiegeln.

Rückblickend auf die Aktivitäten des Vereins im zu Ende gehenden Jahr nannte Martin Schmidt als Vorsitzender Tagesausflüge und Vorträge ehemaliger Pfarrer im Schloss, die dem Thema 500 Jahre Reformation und deren Auswirkungen bis heute gewidmet waren. Zudem begannen die Vereinsmitglieder mit Mitarbeitern des Lausitzer Seenland Klinikum in der dortigen neuen Galerie Werke bildender Künstler aus Sachsen und der Lausitz vorzustellen.

Es fanden fünf „Grenzgänge - Hoy­erswerdaer Gespräche“ mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung stat. Deren Höhepunkt war der Besuch von Sybille Lewitscharoff. Sie nahm die Zuhörer, auch Hoy­erswerdaer Gymnasiasten, literarisch mit nach Bulgarien, in die Heimat ihres Vaters. Das Gespräch mit ihr und anderen Gästen der Lesereihe führte wie immer der Berliner Rundfunkjournalist Mirko Schwanitz. Bei den Sonntagsmatineen hoben bekannte Schauspieler und Musiker Schätze deutscher sowie europäischer Kunst.

Und der Blick voraus: Die erste Veranstaltung 2018 am 14. Januar um 16 Uhr im Schloss widmet sich vorrangig aktueller sorbischer Musik. Das „Besondere Konzert zum Jahreswechsel“, das die Berliner Pianistin Heidemarie Wiesner wieder organisiert, bringt solche Werke zur Uraufführung. Eines steuert der sorbische Komponist Heinz Roy bei, der nächstes Jahr seinen 90. Geburtstag begeht, so Martin Schmidt.

Die Grenzgänger-Gespräche, die Mirko Schwanitz weiter moderiert, beginnen wieder am 19. Januar. Begrüßt wird dann der österreichische Autor Robert Prosser, der seinen neuesten Roman mitbringt. Vormittags findet die Lesereihe, wie schon 2017, im Foucault-Gymnasium Hoyerswerda statt und 17 Uhr liest Prosser dann im Schloss.

Natürlich wird sich der Hoyerswerdaer Kunstverein am 3. Februar auf dem „Markt der Möglichkeiten“ in der Lausitzhalle präsentieren. Brigitte Reimanns 45. Todestag wird am 21. Februar in der Reimann-Begegnungsstätte im Wohnkomplex 1 begangen.

Die Schauspieler Ines Burdow aus Berlin und Rainer Gruß aus Bautzen gestalten Sonntagsmatineen im Schloss. Die Ausstellungen im Lausitzer Seenland Klinikum gehen weiter und zur 750. Ersterwähnung von Hoyerswerda beteiligt sich der Kunstverein an einer Gemeinschaftsausstellung im Lausitz Center.

Der Journalist Uwe Jordan wird literarisch an fast vergessene Autoren der Stadt erinnern. Noch viel mehr Informationen bekommen Interessierte im Internet unter www.kunstverein-hoyerswerda.de.