In aller Welt gibt es tolle bildende Künstler – drei aus Nordamerika stellen noch bis zum 11. März im Bürgerzentrum Braugasse 1 in Hoyerswerda aus.

Am vergangenen Freitag eröffnete Michael Kruscha, der Kurator des Kunstraum-Projekts der Kulturfabrik (Kufa), im Beisein vieler Gäste die erste Ausstellung im Jahr 2020 unter dem Titel „Partituren“. Eigentlich schreiben Komponisten Partituren, wenn sie ihre Emotionen in Melodien ausdrücken, sagt Kruscha. Doch der Bildhauer Danville Chadbourne, sein Sohn, der Grafiker Conan Chadbourne, und der Fotograf Michael Matthews erschaffen sie auch in den von ihnen genutzten zwei- und dreidimensionalen Räumen.

Sehr lange Belichtungszeiten und digitale Nachbearbeitung

Matthews war von Beruf Musikprofessor an der University of Manitoba (Kanada) und ist Komponist. Wenn er fotografiert, nutzt er für seine „visuellen Kompositionen“ Linien und Formen, aber auch wie in der Musik Wiederholungen und Variationen. „Gegenständlichkeit löst sich in Geschwindigkeit auf“, sagt Michael Kruscha zu diesen Fotos, die die gleichförmige kanadische Landschaft meist ohne herausstechende Bildobjekte zeigen. Einige Aufnahmen entstanden aus einem fahrenden Zug, erklärte Michael Matthews Vernissagebesuchern aus Hoyerswerda. Sehr lange Belichtungszeiten und die digitale Nachbearbeitung der Bilder lassen gesehene Motive nur noch diffus zerfallend erscheinen.

Der Bildhauer Danville Chadbourne aus Texas zeigt Textilarbeiten und farbenfrohen Malereien auf Holzpaneelen, die er aus interessant gefärbten, verschieden gemaserten Holzabfällen selbst zusammenklebt, erläutert Michael Kruscha. Der Mathematiker und Physiker Conan Chadbourne verknüpft seine Grafiken mit Modellen, mit denen traditionelle Kulturen das Universum erklären. „Wie in der Musik sind diese Bilder aus Schichten sich wiederholender Muster und Texturen aufgebaut, die sich harmonisch oder dissonant zu einer komplexen organischen Struktur zusammenfügen“, erklärte der Kurator.

Staunend stand die Biologin und Hobbymalerin Astrid Seemann genau vor diesen Arbeiten. Da sie auch die Tangos der Cellistin Patrycia de la Fuente und des Akkordeonisten Gerhard A. Schiewe liebt, die die Vernissage begleitet haben, hat sich für sie die Anreise aus Berlin gelohnt.