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| 15:18 Uhr

Kultur
Kufa-Tanzcompanie bereitet neuen Auftritt vor

 Stephane Le Breton (r.) probt mit den begeisterten Tänzern in der Hoyerswerdaer Kufa.
Stephane Le Breton (r.) probt mit den begeisterten Tänzern in der Hoyerswerdaer Kufa. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Um Hoyerswerda und das Leben in der Elsterstadt geht es in einem neuen Vorhaben der Tänzer. Von Katrin Demczenko

Ein neues Tanzprojekt ist gerade in der Hoyerswerdaer Kulturfabrik (Kufa) in Arbeit. Die Mitglieder der Kufa-Tanzcompanie erarbeiten bereits seit dem Jahr 2010 immer wieder Aufführungen zum Thema Hoyerswerda und zu den Herausforderungen des Lebens. Der ausgebildete Tänzer und heutige Mitarbeiter der Einrichtung, Dirk Lienig, ist der Projekterfinder und federführende Choreograph. Um die Shows abwechslungsreich zu gestalten, entwickelt er sie aber oft mit Kollegen. Diesmal bekam Stéphane Le Breton gänzlich freie Hand.

Schon seit Januar übt er mit rund 45 Kufa-Tänzern sein Stück „Eine Stadt tanzt: Hoy - is' wer da?“ ein. Es wurzelt inhaltlich in der Aufführung „Manifest“ zu Ehren der 750. Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung der Elsterstadt im vergangenen Jahr.

An der Entwicklung dieser Choreographie war Stéphane Le Breton mitbeteiligt. Die Basis für sein neues Stück bieten Erfahrungen von Hoyerswerdaern, die alle wissen, wie es ist, wenn viele Verwandte und Freunde nicht mehr in der Stadt leben. Wie verändert sich dadurch das soziale Umfeld? Wie gehen die Hierbleibenden mit ihren Erfahrungen um? Für Stéphane Le Breton war die Übernahme der Arbeit mit der Kufa-Tanzcompagnie für das Jahr 2019 „eine logische Konsequenz, um ein außergewöhnliches Projekt am Leben zu erhalten.“

Natürlich beginnt jede Übungsstunde, die wegen der langen Anfahrt des in Berlin lebenden Choreographen und Trainers nur ein bis zweimal monatlich stattfinden kann, mit einer intensiven Erwärmung. Jugendliche, junge Erwachsene, Menschen um die 50 Jahre und Senioren recken also nach den Vorgaben von Stéphane Le Breton Arme und Hände in die Höhe oder zur Seite. Schritte bestimmen die Bewegungsrichtung der Tänzer, und angespannte Bauchmuskeln geben ihren Körpern Halt, um viele verschiedene Bewegungen im Raum ausführen zu können.

Es ist zu spüren, dass viele Teilnehmer schon seit Jahren mit tanzen. Beispielsweise Juliane Mietzsch, die von Beginn an dabei ist. Erst als Schülerin, dann als Studentin fand sie immer Zeit, das Projekt in ihren Alltag einzupassen. „Jedes Mal ist es eine neue Herausforderung“, sagt die junge Frau, die auch das Miteinander mit den anderen Tänzern schätzt.

Nach einer kurzen Pause beginnt die Erarbeitung der Choreografie des Flashmobs, der ab Mai an verschiedenen Plätzen in Hoyerswerda und den Ortsteilen getanzt und dabei mit gefilmt wird. Der Hit „Sweet dreams“ von den Eurythmics liefert für diesen Teil der Aufführung die Musik. Die Aufnahmen werden bei der Präsentation des Gesamtprojekts im November im Kufa-Saal gezeigt. Dazu wird dort eine Choreografie zu einer Musik vertanzt, die die Cellistin Lih Qun Wong jetzt extra komponiert. Und die Besucher werden in der Kufa von einer überlebensgroße Rauminstallation des Bildhauers Roland Zigan begrüßt, die sie auf die Aufführung „Eine Stadt tanzt: Hoy - is' wer da?“ einstimmt.

 Stephane Le Breton (r.) probt mit den begeisterten Tänzern in der Hoyerswerdaer Kufa.
Stephane Le Breton (r.) probt mit den begeisterten Tänzern in der Hoyerswerdaer Kufa. FOTO: Katrin Demczenko