ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:13 Uhr

Projekt „Kube 42“
Runter vom Sofa und rein ins Leben

 Tina Götze (r.) und Katrin Klein stehen den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite. Egal ob Fragen zur Bewerbung oder Probleme in der Familie - das Projekt „Kube42“ steht für alle offen.
Tina Götze (r.) und Katrin Klein stehen den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite. Egal ob Fragen zur Bewerbung oder Probleme in der Familie - das Projekt „Kube42“ steht für alle offen. FOTO: LR / Anja Hummel
Bernsdorf. Das Bernsdorfer Sozialprojekt „Kube 42“ will sozial Schwache aus dem Alltagstrott reißen. Von Anja Hummel

Runter von der Couch, rein ins Leben: Wenn der Wecker klingelt, es aber keinen wirklichen Grund gibt, aufzustehen, dann winken Trägheit und Unwohlsein. „Da können einem selbst die kleinsten Alltagsdinge schwer fallen“, weiß Katrin Klein aus eigener Erfahrung. Sie ist das neue Gesicht von „Kube 42“, dem Bernsdorfer Sozialprojekt. Gemeinsam mit Sozialpädagogin Tina Götze will die 34-Jährige frischen Wind in die Wohnzimmer des größten Wohngebietes der Stadt bringen. „Wir sind Ansprechpartner für sozial Schwache“, erklärt Tina Götze. Seit 2016 gibt es das EU-geförderte Projekt. Für die Anwohner dient es als Hilfestellung für Probleme jeglicher Art. 1300 Menschen leben hier, am Fritz-Kube-Ring. Idyllische Waldlage, günstige Miete, Kindergarten und Schule sind gleich nebenan – hier prallt der „geballte Sozialraum“ aufeinander. Am häufigsten beantworten die beiden Frauen aus dem Projektbüro Fragen rund ums Jobcenter. Es geht um Anträge, Sanktionen, Behördengänge.

Neben Einzelgesprächen und Selbsthilfekursen zum Thema Jobsuche soll es nun auch eine neue „Rubrik“ geben. „Fühl dich glücklicher“ lautet der Titel. Mit Kochkursen, Waldspaziergängen und Einkäufen soll es rund um „Kube 42“ künftig noch aktiver zugehen. „Im Mittelpunkt stehen gesunde Ernährung und Alltagsroutinen“, erklärt Katrin Klein. Die Zielgruppe: Menschen, die wenig Struktur im Tagesablauf haben. Sie möchte Hartz IV-Empfänger und arbeitsunfähige Anwohner aus ihrem Alltagstrott herausreißen, die Lebensqualität verbessern. Das langfristige Projekt soll motivieren, bewusst mit dem eigenen Tagesablauf umzugehen. „Und auch Kontakt zu Gleichgesinnten ermöglichen“, so Klein.

Seit dem Start vor gut zwei Jahren wurden mehr als 600 Teilnahmen bei „Kube 42“ registriert – vom Einzelgespräch bis zum Wochenmodul. „Die Meisten sind zwischen 30 und 40 Jahre alt“, weiß Tina Götze. Auch für Kinder soll es 2019 wieder aktive Angebote geben. „Wir suchen noch jemanden, der gemeinsam mit Kindern Sport machen und sie trainieren möchte“, kündigt Tina Götze an. Außerdem soll es im Sommer ein Graffiti-Projekt geben. Was „Kube 42“ besonders macht? „Wir sind Anlaufstelle für alle Probleme, hier wird niemand ausgelacht“, sagt Katrin Klein. Wer den Weg ins Projektbüro findet, muss höchstens „Angst haben“, motiviert zu werden.