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| 23:47 Uhr

Hoyerswerda
Kritik an Infrastruktur und zu wenig Geld für Kommunen

Ministerpräsident Michael Kretschmer diskutierte beim Sachsengespräch in Hoyerswerda ziemlich individuell im Stuhlkreis mit den Bürgern.
Ministerpräsident Michael Kretschmer diskutierte beim Sachsengespräch in Hoyerswerda ziemlich individuell im Stuhlkreis mit den Bürgern. FOTO: LR / Anja Hummel
Hoyerswerda. Der sächsische Ministerpräsident kommt nach Hoyerswerda zum Bürgergespräch. Die Bürger packen viele Sorgen aus. Von Catrin Würz

Etwa 300 Menschen aus der Region sind am Freitagabend der Einladung des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und des Bautzener Landrates Michael Harig (CDU) zu einem Ideen- und Gedankenaustausch in Hoyerswerda gefolgt. Kretschmer kam am Abend gemeinsam mit einer zehnköpfigen Riege aus Ministern und Staatssekretären aller Ressorts der Landesregierung zu einer Begegnung mit Bürgern in die Lausitzhalle. Die Veranstaltung unter dem Titel „Sachsengespräch“ bot die Möglichkeit, an Thementischen und in kleineren Gesprächskreisen individuell mit den Vertretern der Landesregierung ins Gespräch zu kommen.

Zahlreiche Bürger nutzten die Möglichkeit, ihre Sorgen, Ängste und Kritik an bestimmten politischen Entwicklungen im Land zu artikulieren. Nachdem es zu Beginn der Veranstaltung zunächst eine Störung durch Vertreter der fremdenfeindlichen Identitären Bewegung gab, verlief die Diskussion im Weiteren jedoch sehr sachlich.

Wie sich an fast allen Themen­tischen zeigte, treibt das Thema Infrastrukturentwicklung für die Region viele Menschen in der Oberlausitz um. Einwohner aus Hoyerswerda kritisierten, dass der Stadt die leistungsstarke Anbindung an die Landeshauptstadt Dresden fehlt. Bürger wünschen sich eine schnelle S-Bahn-Verbindung ebenso wie die Neuaufnahme der Planungen für eine direkte Autobahnanbindung, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. Wirtschafts-Staatssekretär Stefan Brangs stellte in diesem Zusammenhang in Aussicht, zum Ausbau der B 96 und B 97 eine Extra-Veranstaltung in Hoyerswerda anbieten zu wollen.

Dass die Kommunen zu wenig Geld für wichtige Aufgaben zur Verfügung haben, kritisierten andere Teilnehmer der Debatte. Michael Kretschmer erläuterte den Plan der CDU-geführten Landesregierung, bis zum Jahr 2020 zusätzliche 90 Millionen Euro an die Kommunen im Freistaat zu geben und mit einem weiteren Masterplan die ländlichen Gemeinden insbesondere zu den Themen Bildung, Sicherheit, Familie und bürgerschaftliches Engagement stärken zu wollen.