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Kreis schließt weitere Asylbewerberheime

Bautzen. Mit dem Spreehotel Bautzen und dem Heim an der Belmsdorfer Straße in Bischofswerda wird der Kreis Bautzen dieses Jahr zwei weitere Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber schließen. Das teilt der Bautzener Pressesprecher Frances Lein mit.

Der Vertrag mit dem Spreehotel als reine Asylunterkunft laufe Mitte Juli aus, im November schließe die Unterkunft in Bischofswerda. Entsprechende Verträge würden nicht mehr verlängert, da dem Landkreis kaum noch neue Asylbewerber zugewiesen werden. Immer mehr verlassen hingegen den Kreis oder werden anerkannt.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verzeichnet deutschlandweit einen Rückgang der Erstanträge um 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, heißt weiter.

Aktuell hält der Kreis aufgrund laufender Verträge mit den Heimbetreibern rund 700 nicht belegte Plätze vor. Nach aktuellen Prognosen würde diese Zahl bis zum Jahresende auf 1200 freie Plätze ansteigen.

,,Wir sind gezwungen zu handeln, sonst müssen wir bis Jahresende etwa 700 000 Euro für nicht belegte Plätze bezahlen, die wir nicht im Ansatz benötigen", erklärte Udo Witschas, Erster Beigeordneter des Landrates und zuständig für Asylfragen. Verträge mit Betreibern von Asylunterkünften würden daher grundsätzlich nicht mehr verlängert. Vor allem beim "Spreehotel" sei dies kein leichter Schritt. "Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit, die Heimleiter Peter Rausch und sein Team leisten", betont auch Landrat Michael Harig. "Er hat uns zu Beginn der Flüchtlingskrise sehr geholfen, oft auch gegen Widerstände in der Bevölkerung. Aber wir können an dieser Stelle, auch mit Rücksicht auf die notwendige Schließung anderer Heime, nicht anders handeln."

Aus diesem Grund prüft der Landkreis derzeit alle denkbaren Optionen, um eine weitere Flüchtlingsarbeit im "Spreehotel" zu ermöglichen. Bei einem Treffen mit Oberbürgermeister Alexander Ahrens Anfang dieser Woche habe man vereinbart, sich eng in der Frage abzustimmen, wie die Zukunft des Spreehotels gesichert werden könnte, so Witschas. "Wir als Landkreis wollen unseren Beitrag leisten, allerdings kann dies nur im Zusammenwirken mit der Stadt Bautzen und dem Freistaat gelingen."

Konkrete Ergebnisse könnte ein Konzept liefern, das derzeit vom Betreiber des "Spreehotels" erstellt wird und Ende des Monats vorliegen soll, heißt es weiter. "Bei allem guten Willen dürfen wir aber nicht vergessen, dass die baurechtliche Genehmigung für das ,Spreehotel' als soziale Einrichtung im Jahr 2019 ausläuft", so Witschas. Ein zuletzt gefordertes Integrationszentrum "Spreehotel" könne nicht in Regie des Landkreises betrieben werden. "Für die Integrationsarbeit sind bei uns 17 Mitarbeiter tätig, sechs davon in der Region Bautzen."