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Kreis Bautzen fährt Plätze für Asylbewerber herunter

Hoyerswerda. Nach der Schließung und Umnutzung des Spreehotels in Bautzen wird auch in Bischofswerda eine Unterkunft geschlossen. In Hoyerswerda gibt es keine Veränderungen. Sascha Klein

Während in der Bundespolitik die Diskussion um Zuwanderung und Asyl gerade wieder angeheizt wird, geht die Zahl der Asylsuchenden im Landkreis Bautzen von Monat zu Monat weiter zurück. Deshalb fährt die Kreisverwaltung nach und nach auch die Anzahl der Unterbringungsplätze zwischen Hoyerswerda und Sohland zurück.

Zurzeit sind im Landkreis insgesamt 1589 Menschen, die Asyl suchen, untergebracht, davon der überwiegende Teil in den Gemeinschaftsunterkünften. Nachdem kürzlich das Bautzener Spreehotel fast leergezogen worden ist, steht laut Kreisverwaltung im November die nächste Schließung einer Gemeinschaftsunterkunft an. Dann soll die Unterkunft an der Belmsdorfer Straße in Bischofswerda aufgegeben werden. Dort sind zurzeit noch 50 Menschen untergebracht. In Hoyerswerda sind zurzeit keine Veränderungen geplant. Die beiden Unterkünfte an der Liselotte-Herrmann-Straße (130 Personen) und in der Thomas-Müntzer-Straße (267 Personen) beherbergen gegenwärtig rund 400 Asylsuchende.

Generell sind die Flüchtlinge gleichmäßig im gesamten Landkreis untergebracht. Im Raum Hoyerswerda leben derzeit 542 Asylsuchende, im Raum Bautzen 534 und im Raum Kamenz 513. Zum Vergleich: Zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise Anfang 2016 lebten mehr als 3000 Asylsuchende im Landkreis.

Zurzeit verfügt die Kreisverwaltung über 259 freie Plätze. Die Frage, die sich stellt: Müssen die Behörden dafür bezahlen, selbst wenn diese nicht genutzt werden? Laut Landkreis-Sprecherin Frances Lein muss die Kreisverwaltung für den Großteil der freien Plätze nichts bezahlen. Lediglich 30 von 259 Plätzen sind kostenpflichtig. Die anderen müssten nur dann bezahlt werden, wenn sie tatsächlich genutzt werden. Zum Hintergrund: Der Landkreis Bautzen erhält vom Freistaat eine Pauschale in Höhe von 9558 Euro pro Flüchtling. Darin enthalten sind laut Kreisverwaltung die Kosten für die Unterbringung, für medizinische Versorgung sowie die Regelleistungen der Asylsuchenden.

Asylbewerber im Landkreis Bautzen erhalten monatlich 351 Euro, ein Ehepaar 632 Euro. Je nach Kindern und dem Alter der Kinder gibt es weitere Leistungen, die unter dem Hartz-IV-Satz liegen, so die Kreisverwaltung. Von den monatlichen Zuwendungen müssen unter anderem Essen, Kleidung, Hygieneartikel, Bustickets und Ähnliches bezahlt werden.

Zum Thema:
Der Landkreis Bautzen informiert auf seiner Internetseite mit einer umfangreichen Broschüre über das Thema Asyl. Thema ist unter anderem, unter welchen Umständen Asylbewerber arbeiten dürfen. Darüber hinaus gibt der Leitfaden Informationen über rechtliche Fragen - aber auch, wie Bürger sich engagieren können. Fragen, wo ehrenamtliches Engagement möglich ist, beantwortet das Sachgebiet Integration unter Tel. 03591 525134300. www.landkreis-bautzen.de/download/buergerservice/Buergerfragen_und_-antworten_all.pdf