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| 02:45 Uhr

Kraftwerkslabor geht in Betrieb

Zittau. Die Hochschule Zittau-Görlitz hat ihr neues Kraftwerkslabor am Standort Zittau eingeweiht und setzt damit weiter auf Innovation in Forschung und Lehre. Das Labor, mit dessen Errichtung im Jahre 2011 begonnen wurde, verfügt über drei Großversuchsanlagen. Uwe Menschner / ume1

Die Gesamtkosten belaufen sich auf sieben Millionen Euro, wovon 6,3 Millionen Euro aus europäischen Fördertöpfen kommen. Die restlichen 700 000 Euro - entsprechend zehn Prozent der Gesamtsumme - steuert die Hochschule aus Eigenmitteln bei. Hinzu kommt circa eine Million Euro an Baukosten für die Ertüchtigung der Halle, in der das Labor untergebracht ist.

"Wir freuen uns sehr, dass wir dieses umfangreiche Vorhaben jetzt erfolgreich abschließen konnten und unsere Forschungen auf dem Kompetenzfeld Energie und Umwelt intensivieren können", erklärt Rektor Friedrich Albrecht. Immerhin handele es sich um die größte Forschungsinvestition seit der Gründung der Hochschule Zittau-Görlitz im Jahre 1992. Und weiter betont er: "Mit diesem Forschungslabor werden die für den Hochschulstandort Zittau traditionellen Lehr- und Forschungsgebiete weiter gestärkt."

Federführend verantwortlich für das Kraftwerkslabor ist das Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik. Dessen Direktor, Professor Frank Worlitz, ergänzt: "Insbesondere die Studiengänge Energie- und Umwelttechnik sowie Automatisierung und Mechatronik werden von dieser Investition profitieren."

Eine der drei Versuchsanlagen beinhaltet die Entwicklung von innovativen Lagern für Antriebsmaschinen, beispielsweise auf der Basis von Magneten. "Konventionelle Lagerungen verursachen energetische Verluste durch Reibung und die notwendige Ölschmierung. Bei Magnetlagern schwebt der Rotor in einem Luftspalt ohne mechanische Berührung. Auf diese Weise lassen sich die Verluste bis auf fünf Prozent reduzieren", erklärt Frank Worlitz. Einsatzgebiete seien unter anderem Dampfturbinen, Kompressoren und Offshore-Windanlagen. So entwickelten die Zittauer Ingenieure, Wissenschaftler und Studenten gemeinsam mit der Siemens AG eine ölfreie Dampfturbine, die sich seit Anfang 2015 im Vattenfall-Kraftwerk Jänschwalde im Einsatz befindet. Das Kraftwerkslabor verfügt über einen Versuchsstand für experimentelle Untersuchungen von Magnetlagern unter realitätsnahen Bedingungen.

Weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Steigerung der Energieeffizienz in Kraftwerken. "Durch den Einsatz von Energiespeichern wird ein Beitrag dafür geleistet, thermische Kraftwerke auch zukünftig kosten- und energieeffizient zu betreiben und dabei das Versorgungsnetz zu stabilisieren", so Projektleiter Alexander Kratzsch.

Weiterhin verfügt das Labor über ein thermochemisches Versuchsfeld, in dem das Verhalten von Stoffen bei Temperaturen von bis zu 1200 Grad Celsius erforscht werden kann. "Dies betrifft sowohl Energierohstoffe, beispielsweise Biomasse, als auch Stoffe, die als Wärme- oder Kältespeicher zum Einsatz kommen", so der Projektleiter Tobias Zschunke.