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| 16:33 Uhr

Tag der Milch
Kottener betreiben großen Aufwand für Käse

Käsemeister Jospeh Klant mit frisch erzeugter Kuhmilch vor der Schaukäserei.
Käsemeister Jospeh Klant mit frisch erzeugter Kuhmilch vor der Schaukäserei. FOTO: Anja Guhlan
Kotten. Zum Internationalen Tag der Milch am 1. Juni hat die RUNDSCHAU bei der Milchproduktion hinter die Kulissen geschaut. Von Anja Guhlan

Spätestens gegen 6 Uhr in der Früh ist für die rund 300 schwarz-weißen Milchkühe der Krabat Milchwelt in Kotten bei Wittichenau die Nacht vorbei. Dann steigen die ersten 24 von ihnen auf das kreisende Melkkarussell. Mittels moderner Technik wird die Milch aus den Eutern gezogen. „Eine Kuh kann pro Melkvorgang etwa 13 Kilogramm Milch liefern“, sagt Benno Mroß, Leiter der Tier- und Pflanzenproduktion. Dreimal am Tag stehe dieses Prozedere an. Jede Kuh gebe im Schnitt zwischen 35 und 37 Kilogramm Milch pro Tag. Das entspricht bei der Krabat Milchwelt einer Jahressumme von gut drei Millionen Kilogramm Milch pro Jahr.

In der Milchproduktion gibt es bei der Krabat Milchwelt zwölf Vollzeitbeschäftigte von insgesamt 60 Mitarbeitern im Unternehmen. Sie kontrollieren den Melkvorgang und kümmern sich bei Problemen um eine Lösung.

Die Milch strömt mit der Körpertemperatur der Tiere, rund 37 Grad Celsius, aus den Eutern. Sie wird in großen gekühlten Tanks bei 6 Grad Celsius gelagert. Nur zehn Prozent  verbleiben in Kotten. Der Rest wird zu einer Molkerei in Niesky transportiert.

Für Käsemeister Joseph Klant ist die in Kotten verbleibende Menge wichtig, denn er verarbeitet sie zu Käse, Butter und Trinkmilch. Zunächst wird die Rohmilch pasteurisiert. Die Kuhmilch wird also auf über 60 Grad Celsius erhitzt, um sie keimfrei und länger haltbar zu machen. Pro Tag pasteurisieren die Mitarbeiter schonend bis zu 2000 Liter Milch und verarbeiten sie. „800 bis 1000 Literflaschen füllen wir jede Woche an Trinkmilch ab“, erklärt Joseph Klant. „Unsere Trinkmilch ist besonders lecker, da sie noch einen natürlichen Fettgehalt von vier Prozent besitzt und nicht homogenisiert wurde.“ Viele Kunden würden die naturbelassene Milch lieben.

Doch auch die Butter und die rund 20 verschiedenen Käsesorten sind schmackhaft. Erstaunlich ist auch, wie viel Milch verwendet wird, um Butter oder Käse herzustellen. So erklärt Joseph Klant, dass aus einem Kilogramm Milch lediglich bis zu 50 Gramm Butter oder 100 Gramm Schnittkäse oder 250 Gramm Frischkäse hergestellt werden können.

Ein Aufwand der sich rein rechnerisch eigentlich nicht lohnt. Denn bei den aktuellen Milchpreisen von 28 Cent je Liter arbeitet das Unternehmen nicht mal kostendeckend. Dafür wären Preise über 40  Cent nötig. Zwar werden minimale Zuschläge auf Qualität und Menge gegeben, auch wird seit Januar 2018 ein Zuschlag für gentechnikfrei erzeugte Milch gezahlt, doch laut dem Produktionsleiter reicht das für eine Kostendeckung immer noch nicht aus. Dabei weise die Kottener Milch eine hohe Qualität auf, denn die Kühe bekommen Futtermittel aus der eigenen Herstellung auf dem Hof und werden artgerecht gehalten.

Am Ende wünschen sich der Produktionsleiter sowie der Käsemeister eine größere Wertschätzung und eine höhere Aufklärung in der Bevölkerung darüber, wie und mit welchem Aufwand Lebensmittel erzeugt werden. So werden in Kotten bei speziellen Erlebnisführungen besonders Kinder und Jugendliche über die Milchproduktion aufgeklärt.