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| 01:02 Uhr

Kotten zieht wieder in Abwasser-Kampf

Kotten.. Beim Thema Abwasser sind die Kottener inzwischen richtig allergisch. Und dazu, dass sich die Angelegenheit langsam entspannt, hat auch die jüngste Stadtratssitzung am Mittwochabend in Wittichenau nicht beigetragen. Christiane Klein

Dort stand der Beschluss zum Anschluss des Ortsteils Kotten an die Wittichenauer Kläranlage zwar auf der Tagesordnung. Doch die Abstimmung wurde kurzerhand abgesetzt. Das Vorhaben soll zuerst mit den Einwohnern vor Ort besprochen werden, hatte Bürgermeister Udo Popella (CDU) erklärt und darauf verwiesen, dass in den nächsten Wochen Bürgerversammlungen in den betroffenen Orten veranstaltet werden sollen. Dort wolle die Verwaltung dann auch Details dazu erklären, warum beim Abwasser-Konzept einige Änderungen nötig sind. „Dadurch, dass wir keine Fördermittel für den Anschluss von Saalau und Sollschwitz an die Kläranlage bekommen, muss nun noch einmal umgeplant werden“ , erklärte Baudezernent Steffen Rachel gestern gegenüber der RUNDSCHAU.
Und genau das sorgt bei den Kottenern für reichlich Ärger. Denn das Dorf will eigentlich überhaupt nicht angeschlossen werden und schon gar nicht noch viel eher als Saalau und Sollschwitz. „Wir haben seit 1982 eine eigene Teichkläranlage im Dorf und die funktioniert hervorragend“ , sagt Peter Reinelt, stellvertretender Ortsvorsteher von Kotten. 1881 wurde mit dem Bau der Anlage begonnen. Damals war es ein Versuchsprojekt der Senftenberger Wasserwirtschaft, an das noch andere umliegende Dörfer angeschlossen werden sollten. Das ist aber nicht passiert. Nun haben die Kottener das Problem, dass sie bereits alle nötigen Leitungen im Boden haben. Was fehlt, ist lediglich noch die Anbindung an das Wittichenauer Klärwerk, das derzeit nicht ausgelastet ist. Da in Kotten schon so viel vorhanden ist, hält sich die Investitionssumme für Wittichenau in Grenzen. Das heißt: Für relativ wenig Geld käme die Stadt durch das Dorf schnell zu ein paar mehr Haushalten, die ihr Abwasser ins Werk leiten müssten.
Die Kottener waren von Anfang an gegen den Anschluss. „2001 haben wir es dann sogar geschafft, die Abwasser-Satzung zu kippen und so erst einmal Zeit gewonnen“ , erzählt Peter Reinelt und ist noch immer sauer darüber, dass die Bürger, die Abwasser-Bescheide bezahlt haben, nach wie vor ihr Geld nicht von der Stadt zurückbekommen. „Dabei dürfte die Verwaltung ohne gültige Satzung eigentlich gar nicht kassieren“ , ist der Kottener überzeugt. Nun will er sich mit einigen anderen Anschluss-Gegnern zusammensetzen, um für die Einwohnerversammlung gewappnet zu sein. „Wir wollen Argumente und Material sammeln, um dem Vorhaben der Verwaltung etwas entgegensetzen zu können“ , kündigte Peter Reinelt an.