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| 17:25 Uhr

Energiefabrik Knappenrode
Kosten fahren Achterbahn

Die Energiefabrik Knappenrode aus der Vogelperspektive. Ein Blick über das Lausitzer Revier soll künftig von einer Aussichtsplattform möglich sein.
Die Energiefabrik Knappenrode aus der Vogelperspektive. Ein Blick über das Lausitzer Revier soll künftig von einer Aussichtsplattform möglich sein. FOTO: LR / Peter Bandermann
Bautzen/Knappenrode. Der Umbau der Energiefabrik wird deutlich teurer als bisher geplant. Dafür bekommt sie einen besonderen Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes. Von Uwe Menschner

Der Umbau der Energiefabrik Knappenrode zu einem zeitgemäßen und attraktiven Museum hat eine weitere Hürde genommen. Der Bautzener Kreistag hat auf seiner jüngsten Sitzung die weitere bauliche Umgestaltung beschlossen – unter der Prämisse, dass die Gesamtkosten 9,6 Millionen Euro betragen. Diese Summe ergibt sich laut der für Kreisentwicklung zuständigen Beigeordneten des Landrates, Birgit Weber, aus dem aktuellen Planungsstand. Gegenüber der Schätzung aus der letzten Änderung des Grundsatzbeschlusses vom November 2016 entspricht dies einer Steigerung um 3,2 Millionen Euro – genau die Hälfte der damals veranschlagten Größenordnung.

„Rückblickend wurde dieser Beschluss verfrüht gefasst“, räumt Birgit Weber ein. Qualifizierte Kostenberechnungen und Untersuchungen, vor allem zur Medienerschließung, hätten noch nicht vorgelegen. Das hat sich mittlerweile geändert. „Es hat sich gezeigt, dass der komplette Neubau einer Ver- und Entsorgungsstrecke bis zum Ortszentrum von Knappenrode, also über eine Länge von 800 Metern, erforderlich ist“, so die Beigeordnete. Die Entwässerung habe komplett neu geplant werden müssen – „eine Dachentwässerung auf das Freigelände geht nicht mehr“. Auch der Bau der neuen Erschließungsstraße, für den das Ausschreibungsergebnis vorliege, werde aufgrund der geotechnischen Gegebenheiten teurer als geplant. Dagegen seien die Kosten beim eigentlichen Kern des Vorhabens, der Umgestaltung der Fabrik III kaum gestiegen.

Wirkt die Kostenexplosion zunächst gewaltig, so relativiert sie sich jedoch mit Blick auf die ursprüngliche Planung sowie auf die Eigenanteile. Der erste, im Mai 2014 gefasste Grundsatzbeschluss sah Gesamtkosten von 6,4 Millionen Euro bei einem maximalen Eigenanteil von 2,04 Millionen Euro vor. Nach der jetzt geltenden Beschlusslage sind die Eigenmittel auf circa 1,7 Millionen Euro begrenzt. „Möglich wird dies durch den in Aussicht stehenden Fördersatz von 80 Prozent. Ursprünglich waren wir von 60 Prozent ausgegangen“, erläutert Birgit Weber. Der zwischenzeitliche, von der Beigeordneten als „verfrüht“ bezeichnete Änderungsbeschluss war allerdings von lediglich 928 000 Euro Eigenmitteln ausgegangen. Eine Achterbahnfahrt der Kosten also, welche die Kreisräte jedoch ohne Diskussionen und einstimmig hinnahmen.

Damit steht dem für Oktober 2018 geplanten Beginn der Bauarbeiten an der Fabrik III nichts mehr im Wege. Es geht um die Neugestaltung von Ausstellungsbereichen ,den Umzug der Verwaltung in die Nähe der künftigen Ausstellung. Zudem sollen Magazin- und Technikbereiche geschaffen werden.

Ein besonderes Highlight der erneuerten Energiefabrik stellt der Lausitzblick dar – eine Aussichtsplattform in Verbindung mit der neuen Liftanlage auf dem Dach, die eine „sonst nicht mögliche Übersichtsbetrachtung des gesamten Lausitzer Reviers“ ermöglicht. Der Lausitzblick soll auch ohne Ausstellungsbesuch zugänglich sein. Fertig werden soll die „neue“ Energiefabrik bis Ende 2020.