Von Elvira Hantschke

Reichlich „Albernheiten“– so die Übersetzung des Namens „Wolbernosce“ – haben jetzt in Groß Särchen für viel Spaß bei den Besuchern eines besonderen Konzertes gesorgt. Auf der Tenne in Krabats Neuem Vorwerk waren alle Stühle besetzt. Maria Swierczek begrüßte im Namen der Stiftung für das Sorbische Volk in sorbischer Sprache das Publikum. Gast des Abends war die sorbische Singegruppe „Wolbernosce“ vor. Die vier Frauen und drei Männer singen bereits seit 24 Jahren gemeinsam im Ensemble, größtenteils a-cappella. Nur gelegentlich kommen Gitarre, Akkordeon und Tuba zum Einsatz.

Zusammengefunden haben sich die Sängerinnen und Sänger am Sorbischen Gymnasium in Bautzen vor mehr als zwei Jahrzehnten. Mittlerweile leben sie mit ihren Familien etwas verstreut im Land. Gilt es allerdings, einen Auftritt zu gestalten, finden sie sich gern zu einer kleinen gesanglichen Probearbeit zusammen, um ein schönes Gesangsprogramm einzusingen.

Durch das Programm, in dem alle Lieder in sorbischer Sprache gesungen wurden, führte Fabian Kaulfürst, der die Texte der Lieder auch für die deutschen Zuhörer kurz erklärte. Die Konzertbesucher erfuhren auch, dass die sorbischen Herbstkonzerte eine gewisse Tradition in der Ober- und Niederlausitz haben. Die Lieder erzählten Geschichten von verliebten jungen Menschen, der Sommersonne, der Winterzeit, von Bettlern, die in viel zu großen Schuhen tanzten, gaggernen Hühnern, Katzenjammer und einem sorbischen Cowboy. In diese meist sehr lustigen Lieder wurden auch ein paar traurige Weisen eingewebt. Lebensfreude und Andacht schwappten zum Publikum über und erzeugten so auch einige Gänsehautmomente.

Dieser a-cappella-Gesang in höchster Perfektion machte die Lieder sehr gut erlebbar. Zweimal wurde das Publikum aufgefordert, mitzusingen, dann wieder klatschte es begeistert mit und forderte letztendlich noch Zugaben ein.

Auch die Sängerinnen und Sänger waren sichtlich berührt. Ingrid Stiller hatte im Auftrag von Krabatdorfclub & Heimatverein den Kontakt zur Stiftung für das Sorbische Volk hergestellt, um das Herbstkonzert zu organisieren. Sie dankte den Künstlern herzlich.