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| 13:08 Uhr

Internet-Versorgung
Knatsch am Sender in Zeißig

 Im Beisein von Jan Zschornack, Mitarbeiter der Stabstelle Breitband im Landratsamt Bautzen (Mitte) erklärt Doergi.Net-Inhaber Steffen Allstädt (li.) dem Zeißiger Ortsvorsteher Jens Sarodnik (re.), wie die Verteilung der Geschwindigkeiten im Wohngebiet am Sender funktioniert.
Im Beisein von Jan Zschornack, Mitarbeiter der Stabstelle Breitband im Landratsamt Bautzen (Mitte) erklärt Doergi.Net-Inhaber Steffen Allstädt (li.) dem Zeißiger Ortsvorsteher Jens Sarodnik (re.), wie die Verteilung der Geschwindigkeiten im Wohngebiet am Sender funktioniert. FOTO: LR / Rita Seyfert
Zeißig. Während das alte Dorf Zeißig jetzt moderne Glasfaser bekommt, verlegt die Telekom im neuen Wohngebiet Am Sender weiter die alten Kupferkabel. Das sorgt für Zoff. Von Rita Seyfert

Schlechte Nachrichten für die Bauherren in Zeißig. Wer dort nach 2016 sein Häuschen im verlängerten Finkenweg und der Straße Am Sender gebaut hat, bekommt jetzt Kupfer statt Glasfaser. Wie Jan Zschornack, Sachbearbeiter der Stabsstelle Breitband im Landratsamt Bautzen, bestätigt, können die betreffenden Haushalte über den Verteilerkasten in der Bautzener Straße/Ecke Finkenweg versorgt werden.

Heißt, die Telekom darf anrücken und Kupferkabel verlegen. Voraussetzung für den VDSL-Anschluss ist, dass die neuen Haushalte einen Bauherren-Antrag stellen. Die Enttäuschung bei Ortsvorsteher Jens Sarodnik ist groß. „Ich kämpfe für eine große, dicke Datenanbindung fürs Sender-Gebiet“, sagt er. Sein Anspruch sei es, dass alle im Ort mit Glasfaser angebunden werden.

Vor allem die Häuslebauer vom verlängerten Finkenweg und der Straße Am Sender hatten fest mit dem moderneren Anschluss gerechnet. Sie dachten, dass sich ihr Bauland auf dem definierten Erschließungsgebiet befindet, in dem Bandbreiten unter 30 Megabit anliegen. Denn laut Förderrichtlinie bekommen diejenigen Haushalte mit dem Glasfaser-Ausbauprogramm vom Landkreis Bautzen mehr Tempo in der digitalen Informationsübertragung, die zum Stichtag in 2016 eine geringere Leistung als 30 Megabit zur Verfügung hatten.

 Das Wohngebiet am Sender in Zeißig wird nicht mit Glasfaser ausgebaut, da die Haushalte zum Stichtag in 2016 mehr als 30 Megabit zur Verfügung hatten.
Das Wohngebiet am Sender in Zeißig wird nicht mit Glasfaser ausgebaut, da die Haushalte zum Stichtag in 2016 mehr als 30 Megabit zur Verfügung hatten. FOTO: LR / Rita Seyfert

Allerdings zeigte die Karte der Erschließungsgebiete vor drei Jahren neben den reinen Flurstücken auch unbebautes Bauland.  Jan Zschornack klärt den Denkfehler auf: „Wir schließen keine Felder an, sondern nur Häuser“, sagt er. Da die betreffenden Eigenheime vor drei Jahren noch nicht existierten, fallen sie nicht unter die Förderrichtlinie.

Nun muss das Landratsamt seine Karte vom Erschließungsgebiet in Zeißig neu zeichnen. Die Ecke vom verlängerten Finkenweg und der Straße Am Sender fliegt laut Sachbearbeiter Zschornack wieder raus.

Aufs schnelle Internet muss in Zeißig aber trotzdem niemand verzichten. Einer der lokalen Telekommunikationsanbieter ist Doergi.Net-Inhaber Steffen Allstädt. „Über den Verteilerknoten in der Bautzener Straße/Ecke Finkenweg versorgen wir Zeißig mit 1,8 Gigabit“, sagt er.

 Wie die Grafik des Telekommunikationsanbieters Doregi.Net zeigt, liegt die Monatsauslastung der 80GHz Richtfunkanbindung zwischen der Scharnhorst-Straße (Gigabit-Glasfaser-Hauptanbindung) bis zum Zeißiger Mast im Mai 2019 nur bei fünf Prozenzt. Bis der Richtfunklink ausgeschöpft ist, können also noch viele Kunden in Zeißig angeschlossen werden.
Wie die Grafik des Telekommunikationsanbieters Doregi.Net zeigt, liegt die Monatsauslastung der 80GHz Richtfunkanbindung zwischen der Scharnhorst-Straße (Gigabit-Glasfaser-Hauptanbindung) bis zum Zeißiger Mast im Mai 2019 nur bei fünf Prozenzt. Bis der Richtfunklink ausgeschöpft ist, können also noch viele Kunden in Zeißig angeschlossen werden. FOTO: LR / Doergi.Net

Immerhin, 180 Haushalte könnten in Zeißig theoretisch auf jeweils hundert Megabit zugreifen. Mal davon abgesehen, dass das Unternehmen derzeit nur 42 Kunden in Zeißig hat, ist das Bandbreiten-Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. „Die Auslastung liegt gerade mal bei fünf Prozent“, sagt Doergi.Net-Chef Allstädt. Es gibt also noch viel Luft nach oben.

Die Kritik über die angeblich instabile, langsame Leitung weist er von sich. „Wir haben das Gebiet Am Sender vor drei Monaten auf die DSL-Vectoring-Technik umgebaut“, sagt er. Mit der Bündelung zweier Leitungen wären damit sogar bis zu 200 Megabit pro Haushalt möglich.

Allerdings mache es einen Unterschied, ob Kunden einen Richtfunk- oder Kabel-Anschluss wählen. Letztere Option sei besser. Doch nur 18 der 42 Doergi.Net-Kunden aus Zeißig hätten sich laut Allstädt für DSL entschieden. „Die Hausantenne ist nicht so stabil“, sagt er. W-LAN kann Frequenzstörungen aufweisen. Meist liegt die Fehlerquelle aber in den eigenen vier Wänden. Störquellen wie das Babyphone, die Mikrowelle, Bluetooth oder Stahlbeton können das interne Funknetz schwächen.

Fakt ist, dass für alle genügend Bandbreite anliegt. Wichtig sei es, immer die Kommunikation zum Anbieter zu suchen. Doergi.Net-Chef Allstädt: „Wir messen auch vor Ort.“