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| 17:08 Uhr

Energiefabrik Knappenrode
Kunst in der alten Kaue

 Künstlerin Barbara Seidl-Lampa sucht einen Platz für ihre Tonfigur.
Künstlerin Barbara Seidl-Lampa sucht einen Platz für ihre Tonfigur. FOTO: Katrin Demczenko
Knappenrode. Strukturwandel und Kohleausstieg sind Themen der Ausstellung in der Energiefabrik. Von Katrin Demczenko

Ausstellungen von Mineralien, Gemälden oder künstlerischen Fotos erwecken die 1914 mit der Brikettfabrik Knappenrode entstandene Kaue immer aufs Neue zum Leben. In dem Haus haben Beschäftigte bis zur Schließung des Industriebetriebes 1993 ihre Alltags- gegen die Arbeitskleidung getauscht und umgekehrt, sagte Kirstin Zinke, die Leiterin der ein Jahr später gegründeten Energiefabrik.

Am 1. Mai hat in der Kaue erstmals eine temporäre Galerie vom „Kunstkreis 07“ mit dem Titel „9 Positionen“ begonnen. Sie ist bis zum 3. November zu sehen. Acht Maler und eine Schmuckgestalterin aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz zeigen ihre Werke und beschäftigen sich mit dem durch das Ende der DDR ausgelösten Wandel in der Region. In den frühen 1990er Jahren endete in vielen Tagebauen der Braunkohleabbau, und jetzt beschlossen die Politiker für Deutschland aus Umweltschutzgründen den Ausstieg aus der Verstromung des Rohstoffs bis 2038. Die in der Lausitz lebenden Menschen mussten und müssen mit den Veränderungen umgehen. Viele verloren damals ihre Arbeit und verließen die Heimat. Andere begannen, ehemalige Tagebaue in die größte künstliche Seenplatte Europas zu verwandeln.

In den 1990er-Jahren hat Bernd Gork aus Senftenberg noch in Betrieb befindliche Kohlegruben künstlerisch festgehalten. Später entstandene leuchtende Aquarelle von Peter Wällnitz erzählen vom Wandel in der Lausitz, den ihre Bewohner gestalten. Susanne Kruse verzierte für ihren Bilderzyklus „Was bleibt“ luftiges Fließ mit schwarz und bunt gestaltetem Stempelwerk sowie Steppstichen, wobei sie sich eine erfolgreiche Zeit nach dem Bergbau wünscht. Die Arbeiten hat sie an den nicht mehr genutzten alten Duschen aufgehängt und gibt so dem über Jahrzehnte von vielen Menschen frequentierten Raum Ruhe, die zum Nachdenken einlädt. Die Plastiken aus schwarzem und rotem Ton von Barbara Seidl-Lampa haben in einem anderen Raum den richtigen Platz wie die Hoffnungs-Träger von Franka Just. Ihre farbig leuchtenden Kacheln symbolisieren den Neuanfang, den die Menschen für sich und ihre Region schrittweise suchen.

 Künstler Reza-Reza zeigt sein Werk in der Energiefabrik.
Künstler Reza-Reza zeigt sein Werk in der Energiefabrik. FOTO: Katrin Demczenko

Der „Kunstkreis 07“, zu dem seit Neuestem auch der aus dem Iran stammende Maler Reza-Reza gehört, begleitet diese Wege mit bildnerischen Arbeiten. Reza-Reza hat schon seine Haltung zum Thema Energiegewinnung und Umweltschutz gefunden, die sein großformatiges Gemälde „Rauswurf“ deutlich macht: „Ich bin für die Nutzung nachhaltiger Energiequellen und den Ausstieg aus der Kohle“, sagt der Maler.