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| 18:26 Uhr

Lausitzer Industriemuseum wird umgebaut
Förder-Millionen für die Energiefabrik

 Besuch auf der Baustelle Energiefabrik: Landkreis-Beigeordnete Birgit Weber (l.), Museums-Chefin Kirstin Zinke, Dr. Oliver Brehm (Geschäftsführer Zweckverband Sächsisches Industriemuseum) und Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange (4.v.l.).
Besuch auf der Baustelle Energiefabrik: Landkreis-Beigeordnete Birgit Weber (l.), Museums-Chefin Kirstin Zinke, Dr. Oliver Brehm (Geschäftsführer Zweckverband Sächsisches Industriemuseum) und Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange (4.v.l.). FOTO: LR / Sascha Klein
Knappenrode. Der Bund gibt 1,19 Millionen Euro für den 12,5 Millionen Euro teuren Umbau des Industriemuseums in Knappenrode. Seit Monaten wird gebaut. Denn das Ziel steht fest: 3. Juli 2020 um 15 Uhr. Von Sascha Klein

Wenn Kirstin Zinke beginnt, von „ihrer“ Energiefabrik zu schwärmen, sind alle Zuhörer sofort mittendrin. „In diesem Raum wird die zentrale Dauerausstellung beginnen“, sagt die Leiterin der Energiefabrik Knappenrode und zeigt in einen leeren Raum mit riesigen Fenstern und weißen Wänden.

Im nächsten Sommer wird Geschichte erlebbar

 Die Zufahrt zum neuen Haupteingang auf der Rückseite der Fabrik ist bereits seit Ende 2018 fertig. Die Straße heißt nach Fabrikgründer Joseph Werminghoff.
Die Zufahrt zum neuen Haupteingang auf der Rückseite der Fabrik ist bereits seit Ende 2018 fertig. Die Straße heißt nach Fabrikgründer Joseph Werminghoff. FOTO: LR / Sascha Klein

Das Spannende: Die Geschichte wird beginnen, als noch niemand wusste, was eine Brikettfabrik ist. „Der Arbeitstitel ist: ‚Das sorbische Land’“, sagt Kirstin Zinke. Vor ihrem geistigen Auge ist der leere Raum bereits eingerichtet. Besucher sollen das ab Sommer 2020 bewundern können. Dabei geht es um die vorindustrielle Zeit – als das sorbische Volk in der Lausitz nahezu noch unter sich war.

 Blick in einen der neuen Museumsräume: Diese alte Einrichtung bleibt erhalten und wird in die Ausstellung integriert.
Blick in einen der neuen Museumsräume: Diese alte Einrichtung bleibt erhalten und wird in die Ausstellung integriert. FOTO: LR / Sascha Klein

Der Clou: In diesem ersten Bereich ist sorbisch die beherrschende Sprache, es soll deutsche Untertitel geben. In allen anderen Teilen der Dauerausstellung soll es andersherum sein. Rund 1400 Quadratmeter groß wird die neue Dauerausstellung werden, die das Spektrum von etwa 1750 bis in die Jetzt-Zeit beleuchtet. Das Finale bildet ein Zeitzeugenraum, in dem acht Personen ihre ganz eigene Geschichte erzählen.

Kunstministerin bringt Bescheid über Fördermittel mit

 Dieser Raum ist das Herz des neuen Empfangsbereiches in der Energiefabrik. Dort wird gerade die neue Fußbodenheizung verlegt.
Dieser Raum ist das Herz des neuen Empfangsbereiches in der Energiefabrik. Dort wird gerade die neue Fußbodenheizung verlegt. FOTO: LR / Sascha Klein

Eigentlich ist die Energiefabrik seit dem 9. September wegen der Bauarbeiten geschlossen. Anlass der Museums-Baustellen-Führung: der Besuch von Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD). Sie bringt einen Fördermittelbescheid in Höhe von 1,19 Millionen Euro aus Strukturwandel-Mitteln des Bundes mit. Das Land fördert die Einrichtung über den Zweckverband Sächsisches Industriemuseum mit weiteren 1,19 Millionen Euro. Das heißt: 2,38 Millionen Euro geben Bund und Land für den laufenden Energiefabrik-Umbau.

„Für uns ist das ein Kraftakt“, sagt Birgit Weber, die zweite Beigeordnete des Bautzener Landrats zu den Umbau-Vorhaben in der Energiefabrik Knappenrode. Insgesamt werden die Arbeiten rund 12,5 Millionen Euro kosten. Etwa zehn Millionen Euro stammen aus Fördertöpfen. „Das ist ein mutiges Projekt“, sagt Ministerin Stange beim Rundgang.

 Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (r.) übergibt Bautzens Beigeordneter Birgit Weber den Fördermittelbescheid. 1,19 Millionen Euro kommen vom Bund, weitere 1,19 Millionen Euro vom Land. Insgesamt kostet der Umbau 12,5 Millionen Euro.
Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (r.) übergibt Bautzens Beigeordneter Birgit Weber den Fördermittelbescheid. 1,19 Millionen Euro kommen vom Bund, weitere 1,19 Millionen Euro vom Land. Insgesamt kostet der Umbau 12,5 Millionen Euro. FOTO: LR / Sascha Klein

2020 ist das Jahr der Industriekultur

Das Ziel des Landkreises: Er will das Industriemuseum zu einem leistungsfähigen, modernen, kulturellen und touristischen Anziehungspunkt in der Region entwickeln, so Birgit Weber. Der Zeitpunkt passt, denn 2020 ist das „Jahr der Industriekultur“. Dann wird sich Sachsen diesem Thema mit vielen Aktionen widmen, unter anderem mit der 4. Sächsischen Landesausstellung in Zwickau. Auch Knappenrode will etwas von dem Glanz erhaschen.

 Der Treppenturm (hinten) ist und bleibt Startpunkt für die Fabrik-Erlebnisrundgänge.
Der Treppenturm (hinten) ist und bleibt Startpunkt für die Fabrik-Erlebnisrundgänge. FOTO: LR / Sascha Klein

Deshalb ist für die Beigeordnete Birgit Weber auch ein Termin ganz wichtig: 3. Juli 2020, 15 Uhr. Dann soll die Wiedereröffnung der Energiefabrik Knappenrode stattfinden – möglichst mit großem Tam-Tam. Bis dahin wird unter Hochdruck gebaut. Auf eine Sache ist die Beigeordnete allerdings extrem stolz: Kosten- und Zeitrahmen seien bislang eingehalten worden. „Das ist in diesen Zeiten schon etwas Besonderes“, sagt Birgit Weber lachend.

Ein neuer Verwaltungstrakt entsteht

Auch für die 14 Energiefabrik-Mitarbeiter wird sich bis dahin einiges ändern: Sie bekommen einen neuen Verwaltungstrakt und zum ersten Mal auch ein Zentraldepot. Für Kirstin Zinke ist das extrem wichtig: „Wir können damit zum ersten Mal Dinge inventarisieren“, sagt sie. In den vergangenen 25 Jahren sei viel gesammelt worden. Jetzt könnten diese Bestände auch erschlossen werden.

Trotz der Bauarbeiten bietet die Energiefabrik bis Weihnachten noch an vier Tagen spezielle Baustellenführungen an, so Kirstin Zinke. Sie seien auf jeweils 25 Personen beschränkt und nur per telefonischer Voranmeldung möglich. Die Termine: 19. und 20. Oktober sowie am 16. und 17. November. Start: jeweils um 10 Uhr.

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