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| 18:09 Uhr

Straßenbau
Ärger wegen vieler Straßenbaustellen

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xxx FOTO: Thomas Söllner - stock.adobe.co / Thomas Söllner / Fotolia
Knappenrode. Der Ortschaftsrat will sich gegen eine Woche ohne ÖPNV wehren und fordert Lösungen vom Landkreis. Von Reinhard Hoffmann

Wegen des Straßenbaus ist Knappenrode derzeit nur auf langen Umwegen zu erreichen. Diese Situation könnte sich bis in den Oktober ziehen. Das Verständnis der Einwohner hält sich in Grenzen.  Schwarzfahrer umgehen die Regelungen.

Am Donnerstag informierten Vertreter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises als Bauherr und das Ingenieurbüro Alte als Planer und Projektkoordinator die Knappenroder Ortschaftsräte über den aktuellen Sachstand. Laut Horst Alte könnte möglicherweise die Kreisstraße von Knappenrode nach Maukendorf vorfristig wieder genutzt werden. In der nächsten Woche sollen die Asphaltarbeiten beginnen.

Die gleichen Baumaßnahmen erfolgen ab 23. Mai in Groß Särchen auf der B 96. Zeitgleich starte die Asphaltierung auf der Ortsumgehungsstraße Hoyerswerda. Ab 1. Juli, mit Beginn der Ferien, wird die Kreisstraße dann voll gesperrt. Das war ursprünglich für sechs Wochen geplant. Aufgrund des guten Baufortschritts kann die Sperrung mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich reduziert werden. Dessen ungeachtet bleibt Knappenrode für mindestens eine Woche vom ÖPNV abgeschnitten. Knappenrode und Koblenz werden dann von keiner Buslinie angefahren.

Die Knappenroder verlangen nach vertretbaren Lösungen. Nachbarschaftshilfe könne nicht die alleinige Lösung sein. Die Ortschaftsräte forderten Lösungen wie einen Kleinbus-Shuttle oder zumindest die Freigabe der Straße nach Auftragen einer halbseitigen Deckschicht für Anwohner. Die Verwaltungsmitarbeiter lehnten diese Vorschläge aus finanziellen, technischen und juristischen Gründen ab. Vertreter von Regio-Bus ließen sich entschuldigen und ausrichten, dass die Abkoppelung von  Knappenrode  für mindestens eine Woche unabdingbar sei. Die  Ortschaftsräte reagierten empört. Mehrfach war zu hören: „Wenn andere Orte das hinnehmen, wir werden es nicht zulassen“. Der Protest kommt rechtzeitig, denn bis zum Beginn der Ferien gibt es hinreichend Zeit, die Situation zu entkrampfen.

Ortschaftsratsvorsitzender Otto- Heinz Lehmann hatte diese Position bereits im Vorfeld der Beratung Götz  Gleiche  von der Stadtverwaltung Hoyerswerda deutlich  gemacht und Lösungen durch den Kreis verlangt. Konkrete Angebote wurden aber nicht unterbreitet. Lehmann sagte im Ortschaftsrat: „Wir können die Benutzer der Linie 103 nicht gänzlich vom ÖPNV abkoppeln. Viele ältere Bürger nutzen die Linie, um zum Teil langfristig vereinbarte Arztbesuche oder notwendige Einkäufe zu erledigen. Es muss ein Ersatzverkehr organisiert werden als Zubringer zur Z 103 oder nach Lohsa zum ÖPNV. Wir haben es hier nicht mit totem Material zu tun, sondern mit Menschen. Ich werde die heutigen Aussagen nicht so stehen lassen und mit der Stadtverwaltung Hoyerswerda eine Lösung mit dem Landkreis Bautzen fordern.“