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| 18:47 Uhr

30. Knappenman-Triathlon am Dreiweiberner See
Expedition an die eigene Schmerzgrenze

Bei der XL-Distanz mussten die Sportler 3,8 Kilometer durch den Dreiweiberner See schwimmen.
Bei der XL-Distanz mussten die Sportler 3,8 Kilometer durch den Dreiweiberner See schwimmen. FOTO: Rainer Könen
Lohsa. Rekordbeteiligung beim 30. Knappenman-Triathlon am Dreiweiberner See: Rund 1400 Sportler gingen an den Start. Von Rainer Könen

Zur Jubiläumsausgabe des Knappenman-Triathlons am Dreiweiberner See boten die Veranstalter, wenn man so will, ein besonderes Serviceangebot. Für die von Krämpfen geschüttelten, schwer humpelnden und ausgezehrten Sportler gab es nach den Wettkämpfen über die verschiedenen Distanzen dieses Zelt mit sechs Liegen, das viele ansteuerten. Und hier gab es Linderung nach den Strapazen des Schwimmens, Radfahrens und Laufens..
Frank Neumann und seine jungen angehenden Physiotherapeuten der Hoyerswerdaer Bildungsstätte Medizinal- und Sozialberufe hatten an beiden Wettkampftagen mächtig viel zu kneten. Knapp 500 Sportler nahmen das Massage-Angebot bei der Jubiläumsausgabe des diesjährigen Knappenman-Triathlon wahr.

Der 30. Knappenman sorgte auch für eine Rekordbeteiligung. Rund 1400 Sportler aus dem In- und Ausland zog es an den Dreiweiberner See, wo man sich in verschiedenen Wettkampfdisziplinen messen konnte.
Beim Veranstalter, dem Sportbund Lausitzer Seenland, hatte man aus diesem Anlass das Motto „Back to the roots“ ins Leben gerufen - ein Zurück zu den Wurzeln dieser Veranstaltung, denn damit ist die Einsteiger-Staffel gemeint, der Jedermann-Knappenman. Bei dieser Distanz galt es „nur“, 300 Meter zu schwimmen, 20 Kilometer zu radeln und 3000 Meter zu laufen. Damit sollte auch denjenigen Lust auf den Triathlon gemacht werden, für die die Königsklasse mit den Ironman-Ausmaßen (3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer laufen) vielleicht noch ein wenig zu früh kommt.
Die 37-jährige Katrin Lauszus-Schütte war am Wochenende zum vierten Male in Lohsa dabei. Sie schwärmte von den guten äußeren Bedingungen, die „mir auf jeden Fall helfen, mein Leistungspotential abzurufen“.

Harald Skopi, der sportliche Leiter dieser Veranstaltung, fand, dass das „Wetter für uns alle optimal ist“. Statt brütender Hitze regnete es, die Temperaturen waren herbstlich angehaucht. Zum ersten Mal dabei war die 50-jährige Antje Blankertz-Teichert. „Ich hoffe, ich kann was zeigen auf der Mitteldistanz“, so die durchtrainiert wirkende Frau. 1,9 Kilometer durch den Dreiweiberner See, danach 90 Kilometer mit dem Rad auf zum Teil nassen Straßen und zum Schluss noch einen Halbmarathon bewältigen - das war ihr Pensum.
Organisationschefin Mareike Jokusch führte die große Teilnehmeranzahl auch darauf zurück, dass mancher ambitionierte Triathlet, der nach Lohsa gekommen war, sich bei den jüngsten Wettbewerben in Moritzburg und Hamburg wohl nicht habe ganz auspowern können. Denn in Hamburg mussten die Triathleten wegen zu vieler Blaualgen in der Alster gar aufs Schwimmen verzichten. Auf jeden Fall, so Jokusch weiter, habe man den Knappenman logistisch voll im Griff.
Unter den 1400 Triathleten war einer, der beim Start bereits im Wasser war, als die Kollegen im Sprinttempo über den Strand liefen, um eine möglichst gute Position im See zu bekommen. So begann für Steve Martin aus Hainichen der Triathlon-Wettbewerb. Der Rollstuhlfahrer war am Wochenende zum dritten Mal in Lohsa am Start. Gemeinsam mit seinem Begleiter Robin Robl erhoffte sich der 30-jährige Martin eine gute Platzierung bei der Olympischen Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen). Mit Handbike und Rollstuhl wolle er die gesamte Strecke in einer Zeit von viereinhalb Stunden bewältigen.
Am Ende dieser Jubiläumsveranstaltung waren alle zufrieden, die Veranstalter, die Sportler, und all diejenigen, die sich an diesem Wochenende bei der Einsteiger-Staffel versuchten und ins Ziel kamen. Und von denen sicher im kommenden Jahr etliche erneut dabei sein werden, wenn die 31. Ausgabe des Knappenman ansteht.

Paratriathlet Steve Martin (r.) war in Lohsa schon zum dritten Mal beim Knappenman dabei. An seiner Seite sein Betreuer Robin Robl.
Paratriathlet Steve Martin (r.) war in Lohsa schon zum dritten Mal beim Knappenman dabei. An seiner Seite sein Betreuer Robin Robl. FOTO: Rainer Könen