| 02:40 Uhr

Klinikum wird zum Kunstraum

Im weitläufigen Areal des Klinikum-Parkes kommt diese mächtige Sandstein-Stele des Hoyerswerdaer Bildhauers Marcel Müller hervorragend zur Geltung. Jörg Scharfenberg, Arthur Kusber, Technik-Leiter Alexander Retschke, Martina Rohrmoser-Mueller und Kerstin Noack (v.l.) sind sehr zufrieden mit der Standort-Wahl.
Im weitläufigen Areal des Klinikum-Parkes kommt diese mächtige Sandstein-Stele des Hoyerswerdaer Bildhauers Marcel Müller hervorragend zur Geltung. Jörg Scharfenberg, Arthur Kusber, Technik-Leiter Alexander Retschke, Martina Rohrmoser-Mueller und Kerstin Noack (v.l.) sind sehr zufrieden mit der Standort-Wahl. FOTO: cw
Hoyerswerda. Die in den Bildhauersymposien 2014 und 2016 geschaffenen Skulpturen haben jetzt einen neuen Platz im Park des Seenland Klinikums bekommen. Hier erfreuen sie die Patienten, stehen aber weiter zum Verkauf. Catrin Würz

Keine Zehntel sekunde habe er gezögert, als diese Anfrage ihn erreichte, sagt Jörg Scharfenberg. Der Geschäftsführer des Lausitzer Seenland Klinikums ist begeistert, dass das Hoyerswerdaer Krankenhaus seit gestern nun auch einen "Skulpturenpark" auf seinem Gelände hat. Denn gestern wurden fünf große Sandstein-Skulpturen, die während der beiden Bildhauersymposien 2014 und 2016 entstanden, im Zoo abgebaut und im weitläufigen Park hinter dem Klinikum wieder aufgestellt. Dafür wurden fünf besonders geeignete Plätze an der großen Parkwiese gefunden. "Ein wunderbarer Platz ist das. Hier kommen die Kunstwerke grandios zur Wirkung", finden auch Kerstin Noack, Prokuristin der ZooKultur, und Martina Rohrmoser-Mueller, Projektkoordinatorin der Bildhauersymposien. Und die Kunstwerke haben noch einen Mehrwert. Denn: Kunst im Umfeld von Krankenhäusern habe eine positive Wirkung auf den Genesungsprozess der Patienten. "Das ist durch mehrere Studien belegt", erklärt Klinikums-Geschäftsführer Jörg Scharfenberg. Schon seit mehr als zwei Jahren verfolgt das Seenland Klinikum ja mit seinen regelmäßig wechselnden Ausstellungen mit Malerei von regionalen Künstlern diesen hohen Anspruch.

Der Umzug der teils tonnenschweren Bildhauerwerke war freilich von langer Hand vorbereitet worden. Fünf Betonfundamente für die Standsicherheit der Kunstwerke hatte das Klinikum extra anfertigen lassen und ein Bröthener Tiefbauunternehmen half mit Technik weiter. Die Suche nach einem neuen Standort für die Skulpturen aus dem Zoo war nötig geworden, weil dort inzwischen viel zu wenig Platz für so große Werke vorhanden ist, bestätigt ZooKultur-Geschäftsführer Arthur Kusber. Außerdem wird natürlich Platz für die Durchführung eines neuen Symposiums gebraucht. Die zwölfte Auflage des Bildhauertreffens - also die dritte der "Neuzeit" - ist für das Jahr 2019 geplant. "Das ist das Jahr, in dem Jürgen von Woyski, der Begründer der Hoyerswerdaer Symposien, seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte", erklärt Kerstin Noack die etwas längere Zeitspanne.

Die fünf Skulpturen, die von Bildhauern aus Bulgarien, Polen, Italien und Deutschland geschaffen wurden, stehen allerdings nun auch nach dem Umzug ans Klinikum weiterhin zum Verkauf. Mit dem Erlös soll zum Teil das kommende Bildhauersymposium finanziert werden. Das Klinikum hat seine Hilfe bei der Suche nach kunstinteressierten potenziellen Käufern angeboten.

Zum Thema:
Folgende Kunstwerke haben im Park des Klinikums jetzt einen neuen Platz und stehen zum Verkauf:"Zipper" (2014) von Snejana Simeonova (Bulg.); ab 2000 Euro"Genesis" (2016) von Elena Saracino (Italien); mind. 4500 Euro"The Bridge" (2016) von Ryszard Litwiniuk (Polen); ab 4500 EuroStele von Marcel Müller (Deutschland/Hoyerswerda); Preis kann vereinbart werden"Harmony" (2016) von Nicolay Yotov (Bulgarien); ab 4500 EuroHolzskulptur "Essence of life" von Kai Nakamura (Japan); Kunstwerk befindet sich im Schloss; ab 3000 Euro