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| 02:41 Uhr

Klinikum steuert Baby-Rekordjahr entgegen

Die angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen Katja Ebert (l.) und Jessica Müller begutachten die kleine Hanna, die am Dienstag zur Welt kam. Mutter Sabine Serbin arbeitet selbst im Seenland Klinikum. Für die Wittichenauerin ist es das zweite Kind.
Die angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen Katja Ebert (l.) und Jessica Müller begutachten die kleine Hanna, die am Dienstag zur Welt kam. Mutter Sabine Serbin arbeitet selbst im Seenland Klinikum. Für die Wittichenauerin ist es das zweite Kind. FOTO: Jan Augustin
Hoyerswerda. Im Seenland Klinikum Hoyerswerda bahnt sich für dieses Jahr ein Baby-Rekord an – trotz schrumpfender Bevölkerung. Die Prognose geht von 700 Neugeborenen aus. Das wäre ein 15-Jahres-Hoch. Jan Augustin

Mehr Gegensatz geht nicht. Erst Geriatrie, jetzt Geburtenstation. Katja Ebert, 34, durchlebt gerade alle Facetten des Lebens. Die angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin wiegt die kleine Hanna im Arm. Mit beiden Händen umfasst sie den winzigen Menschen, der am Dienstag zur Welt kam. Die Fingerspitzen stützen den Kopf. Katja Ebert schaut der schlafenden Hanna ins Gesicht, schmunzelt, und gibt sie dann vorsichtig wieder zurück. Für Mutter Sabine Serbin ist es das zweite Kind. Die 33-Jährige arbeitet auch im Seenland Klinikum Hoyerswerda. Jetzt legt sie eine Baby-Pause ein.

Katja Ebert ist nun die dritte Woche auf der Geburtenstation. Als Auszubildende durchläuft sie alle Stationen im Klinikum. Vergleichsweise gibt es hier in diesem Jahr recht viel zu tun. Zwei Babys kommen im Schnitt pro Tag zur Welt. Das Lausitzer Seenland Klinikum steuert trotz der weiter abnehmenden Bevölkerung einem Baby-Rekordjahr entgegen. Seit Januar 509 Geburten, Stand Donnerstag. Geht das so weiter, fällt die 700er-Marke. Die Hochrechnung der Geburtenstation kommt zu diesem Schluss. Für die Klinik in Hoyerswerda würde das ein 15-Jahres-Hoch bedeuten. 2000 wurden 742 Babys geboren. Danach fiel der Wert. 2005 sogar auf 491.

Das Haus wird bei werdenden Müttern immer beliebter. "Wir geben unser Bestmögliches, um es so angenehm wie möglich zu machen, vor und nach der Geburt", sagt Pflegebereichsleiterin Sabine Waschnewski. Geburten im Wasser oder auf dem Hocker sind möglich. Auch bei einer spontanen Beckenendlage werde zuerst versucht, ohne Kaiserschnitt zu entbinden. Mit der 24-Stunden-Anwesenheit von Gynäkologen, Kinderärzten, Hebammen und Anästhesisten biete das Klinikum auch ein hohes Maß an Sicherheit.

Die guten Bedingungen sind ein Grund dafür, dass immer mehr Kinder in Hoyerswerda zur Welt kommen. Sabine Waschnewski kennt aber noch einen anderen. Die freiberufliche Geburtshilfe werde immer mehr beschnitten, sagt sie. Seit im vorigen Jahr die Geburtenhäuser in Spremberg und Altdöbern zugemacht haben, steige im Seenland Klinikum die Anzahl der Geburten. Das Einzugsgebiet wird größer. Einen nicht unerheblichen Anteil am Baby-Boom macht zudem die steigende Zahl der hier lebenden Asylbewerberinnen aus.

Groß sei in der Region aber auch die familiäre Bindung der Menschen zur Heimat. Selbst wenn junge Leute die Lausitz wegen der Ausbildung oder des Jobs verlassen. Zur Entbindung kommen viele zurück nach Hoyerswerda, sagt Sabine Waschnewski.

Gleich hierbleiben will Katja Ebert. Am liebsten im Seenland Klinikum. Nach zwei abgeschlossenen Ausbildungen in der Zahnmedizin und Podologie scheint die 34-jährige Senftenbergerin nun ihre Berufung gefunden zu haben. "Das war schon immer meine größte Mission", sagt sie. Die Chancen auf Übernahme sind gut. 75 Ausbildungsplätze hat das Klinikum. An ihre erste Entbindung, bei der sie auf Station dabei war, erinnert sie sich übrigens genau: "Das war wie meine eigene Geburt. Ich war total gerührt." Baby der Woche: Seite 18