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| 17:51 Uhr

Hoyerswerda
Klinikum kämpft mit der steigenden Bürokratie

Die Zufriedenheit der Patienten im Klinikum liegt laut Umfrage bei 1,4. Sie sind für die Struktur mitverantwortlich: Geschäftsführer Jörg Scharfenberg, Martin Jonas, Regionalgeschäftsführer Sana Kliniken AG, Birgit Wolthusen (Pflegedirektorin), Dr. Thomas Sutter, (Medizinischer Leiter).
Die Zufriedenheit der Patienten im Klinikum liegt laut Umfrage bei 1,4. Sie sind für die Struktur mitverantwortlich: Geschäftsführer Jörg Scharfenberg, Martin Jonas, Regionalgeschäftsführer Sana Kliniken AG, Birgit Wolthusen (Pflegedirektorin), Dr. Thomas Sutter, (Medizinischer Leiter). FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Im Oktober feiert das Krankenhaus in Hoyerswerda 120. Geburtstag. Von Sascha Klein

Das Lausitzer Seenland Klinikum hat im Jahr 2017 Umsatzerlöse in Höhe von 73,9 Millionen Euro erzielt und insgesamt rund 62 000 Patienten stationär und ambulant behandelt. Diese Daten hat Klinikum-Geschäftsführer Jörg Scharfenberg am Montag während des Neujahrsempfang des Klinikums bekanntgegeben. Die Werte müssen jedoch noch mit dem offiziellen Jahresabschluss bestätigt werden. Insgesamt kommt das Klinikum nach eigenen Angaben auf knapp 121 900 Pflegetage. Patienten waren im Durchschnitt 5,5 Tage zur Behandlung im Krankenhaus.

Scharfenberg sagte während seiner Rede, seine Freude auf das Jahr 2018 sei relativ überschaubar. Das habe aber nichts mit der Situation des Klinikums zu tun, sondern mit der politischen Großwetterlage. Seit der Einführung des Krankenhausstrukturgesetzes Anfang Januar 2016 habe es vielerlei Änderungen für alle Kliniken in Deutschland gegeben. Was überall, also auch in Hoyerswerda, ankomme: Der bürokratische Aufwand für die Gesundheitsbranche sei massiv gestiegen. Das sorgt nicht nur beim Hoyerswerdaer Geschäftsführer für viel Frust: „Das Gesetz beschäftigt uns täglich aufs Neue. Wir wollen aber eigentlich nicht bürokratische Hemmnisse behandeln, sondern sehen, dass unsere Patienten gesund werden“, sagte er. Der Anpassungsdruck auf die Kliniken habe extrem zugenommen. Seine Einschätzung: Staat und Regierung tun nicht alles Mögliche, damit im Gesundheitssystem erfolgreich gearbeitet werden kann.

Ein weiteres Beispiel für Bürokratie seien die Prüfverfahren des Medizinischen Diensts der Krankenkassen (MDK). Sie sollen prüfen, ob Leistungen korrekt abgerechnet worden sind. Allein die Anzahl dieser Prüfverfahren nehme immer mehr zu. Waren es in Hoyerswerda Scharfenberg zufolge im Jahr 2016 noch 2000, so stieg die Anzahl im Jahr 2017 auf 2600. Zur Einordnung: Eine Prüfung binde etwa eineinhalb Stunden Arbeitskraft. Das bedeutet: Die Klinikum-Verwaltung war im vergangenen Jahr allein 162,5 komplette Tage damit beschäftigt, Prüf­aufträge zu bearbeiten. Für Scharfenberg ist das ein bürokratischer Koloss.

Jedoch gibt es in diesem Jahr im Seenland Klinikum auch Grund zum Feiern. Das Krankenhaus feiert 120. Geburtstag. Deshalb wird es unter anderem auch eine Festwoche geben. Sie soll laut Geschäftsführer Jörg Scharfenberg vom 22. bis 27. Oktober stattfinden. Den Höhepunkt gibt es am 27. Oktober mit einem Tag der offenen Tür im Seenland Klinikum.