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Klimaaktivisten auf dem Fahrrad auf Tour

Oberlausitz. Das siebte Lausitzer Klima- und Energiecamp wird vom 21. bis 28. Mai 2017 als Fahrradtour durch die Lausitz stattfinden. Klimaaktivisten aus ganz Deutschland und Europa werden verschiedene Dörfer und Städte in der Lausitz besuchen, um auf die zerstörerischen Folgen des Braunkohleabbaus aufmerksam zu machen, sich mit Aktivisten aus der Region zu vernetzen und diese bei ihrem Widerstand gegen neue Tagebaue zu unterstützen. red/gro

Neben Vorträgen und Vernetzungsangeboten sind auch Aktionen gegen den Klimakiller Braunkohle geplant. Die Tour startet am 21. Mai in Cottbus. Das teilt die Initiative Lausitzcamp mit.

Trotz nationaler und internationaler Klimaschutzziele setze die Lausitz weiterhin auf den Braunkohleabbau. Dies untergrabe das 1,5 Grad Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens und gefährde so das Leben heutiger und künftiger Generationen. Opfer dieser Politik seien auch die Menschen der Region, die mit den Lärm- und Staubbelastungen in einer zerstörten Landschaft leben und deren Dörfer den Tagebauen weichen müssen "Die Landesregierungen von Brandenburg und Sachsen predigen weiterhin, dass es keine Alternativen zur Braunkohle gebe", sagt Josephine Lauterbach aus dem Organisations-Team des Lausitzcamps. "So wird ein ökologischer und sozial verträglicher Ausstieg aus der Kohle aktiv verhindert", so Josephine Lauterbach weiter.

Die neue Eigentümerin der Tagebaue und Kraftwerke, die Lausitzer Energie AG (LEAG), bringe noch mehr Unsicherheit in die Region. So sei die Finanzierung der Rekultivierung der Tagebaue völlig unklar. Zwar seien der LEAG vom vorherigen Eigentümer Vattenfall 1,7 Milliarden Euro für die Rekultivierung überlassen worden, ob dieses Geld tatsächlich diesem Zweck zugeführt werde, sei jedoch bei der bestehenden Firmenstruktur des LEAG Mutterkonzern EPH mehr als fraglich.

Marvin Kracheel, aus dem Organisations-Team, fasst das Kernanliegen des Lausitzcamp on Tour zusammen: "Die Fragen, die wir während der Tour immer wieder stellen wollen, sind: Was hat die Braunkohle der Region gebracht? Was kann hier entstehen, wenn sich die Regierungen nicht weiter an die Braunkohle klammern und welche Vorreiter dieser Transformation gibt es bereits in der Lausitz und überregional?"

Das Lausitzcamp on Tour fordert den sofortigen Stopp der Erweiterung aktiver Förderfelder und des Aufschlusses neuer Tagebaue in der Lausitz und weltweit. Sowohl das Unternehmen LEAG als auch die brandenburgische und sächsische Regierung müssten ihre Verantwortung gegenüber internationalen Klimaschutzzielen und den Menschen vor Ort wahrnehmen! Dafür müssten der Kohleausstieg sozial-ökologisch und transparent gestaltet sowie die Menschen vor Ort aktiv eingebunden werden.