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| 15:37 Uhr

Lauta
Ein kleiner Pieks wird zur großen Hilfe

Lautas Bürgermeister Frank Lehmann ist einer derjenigen, die seit etlichen Jahren regelmäßig zur Blutspende gehen. Ein Tipp: Wer Angst vor der Nadel hat, sollte einfach nicht hinsehen. Blutkonserven dürfen maximal 42 Tage gelagert werden.
Lautas Bürgermeister Frank Lehmann ist einer derjenigen, die seit etlichen Jahren regelmäßig zur Blutspende gehen. Ein Tipp: Wer Angst vor der Nadel hat, sollte einfach nicht hinsehen. Blutkonserven dürfen maximal 42 Tage gelagert werden. FOTO: LR / Sascha Klein
Lauta. Blutpräparate werden Tag für Tag in allen Krankenhäusern Sachsens gebraucht. Deshalb sind Blutspenden so wichtig – vor allem im Sommer. Die RUNDSCHAU hat Lautas Bürgermeister Frank Lehmann bei seiner Blutspende begleitet. Von Sascha Klein

16.30 Uhr, am Vereinsgebäude an der Passauer Straße in Lauta: Frank Lehmann (40) geht die Stufen hinauf und meldet sich an. Das ist inzwischen Routine. Er bekommt diverse Blätter, Hinweise, Formulare, die er unterschreiben muss. Eine Blutspende ist auch ein Stück Bürokratie. Fertig ausgefüllt, dann geht es zur Eisenwertbestimmung. Ein kleiner Pieks, etwas Blut gelassen, fertig. Dann setzt sich Lehmann vor dem Raum mit dem großen Schild „Arztzimmer“ auf einen Stuhl und wartet. „Ich gehe seit ein paar Jahren regelmäßig zum Blutspenden“, sagt der Lautaer Bürgermeister – meist zweimal pro Jahr.

Schließlich wird Lehmann aufgerufen. Die Ärztin schaut sich die Werte an, wertet mit dem Spender den Fragebogen aus, schaut, ob derjenige an diesem Tag wirklich spenden darf. „Mir ist es schon zweimal passiert, dass ich vor Ort wieder nach Hause geschickt worden bin“, sagt der Lautaer. Einmal sei der Eisenwert zu niedrig gewesen, beim anderen Mal hatte ihn ein Zahnarzteingriff am gleichen Tag vom Spenden ausgeschlossen.

Frank Lehmanns Spende ist einer von mehreren Hunderttausend, die der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost pro Jahr erhält. Im Jahr 2017 kamen knapp 310 000 Spenden aus Sachsen, Berlin und Brandenburg. Insgesamt stellt der DRK-Blutspendedienst nach eigenen Angaben jährlich knapp drei Millionen Vollblutspenden für Kliniken und Praxen in ganz Deutschland zur Verfügung. Wie das Deutsche Rote Kreuz weiter betont, werden Spenden in der Region zumeist auch Institutionen in der gleichen Region bereitgestellt.

Bei Krebsfällen werden Blut und Blutpräparate am meisten eingesetzt.
Bei Krebsfällen werden Blut und Blutpräparate am meisten eingesetzt. FOTO: DRK Blutspende

Das Arztgespräch ist beendet. Frank Lehmann darf an diesem Hochsommertag spenden. Er geht in einen nächsten Raum und legt sich auf eine Liege. Innerhalb weniger Minuten gibt er seine Blutspende ab – einen halben Liter. „Ich gehe spenden, um etwas Gutes zu tun“, sagt er. „Womöglich rettet man mit der Spende ein anderes Leben.“ Zudem sei auch die Atmosphäre angenehm. Immer wieder trifft man jemanden Bekanntes und kann mal ein Wort wechseln. „Ich tue das nicht, um mich zu profilieren“, sagt Lehmann. „Aber als Bürgermeister kann man schon mit gutem Beispiel voran gehen.“

Pro Jahr gibt es in Sachsen laut DRK-Angaben rund 3300 Blutspendetermine (in Brandenburg 1900). Bis zu 13 Entnahmeteams sind täglich im Freistaat unterwegs, um das Spenderblut entgegenzunehmen. Zum Vergleich: In Brandenburg sind zehn Teams unterwegs. In Lauta ist jüngst zwischen 13.30 Uhr und 18 Uhr Zeit gewesen, um zur Blutspende zu kommen. Statistisch spenden laut DRK jeden Tag etwa 15 000 Spender deutschlandweit etwa 7500 Liter Blut. Allein im Bereich des Blutspendediensts Nord-Ost (Sachsen, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein) werden täglich 1900 Blutkonserven benötigt. Das seien insgesamt 950 Liter Blut.

Blut spenden darf in Deutschland jeder zwischen 18 und 73 Jahren. Laut DRK sollten Erstspender nicht älter als 65 Jahre sein. Jeder potenzielle Spender wird vor Ort untersucht – erst dort entscheidet sich, ob er spenden darf oder nicht. Es gibt jedoch auch viele Gründe, die gegen eine Spende sprechen. Ein Check im Internet gibt dabei erste Hinweise (siehe Info).

Finale für Frank Lehmann beim Blutspenden im Lautaer Vereinshaus in der Passauer Straße. Der nächste Termin ruft. Trotzdem ist eine gewisse Pause nach dem Spenden Pflicht. Dieser Termin war seine 30. Blutspende. Der 40-Jährige ist selbst überrascht. Er bekommt eine Bockwurst auf die Hand, ein belegtes Brötchen, einen Kaffee und einen Beutel mit Obst und einer Süßigkeit. Jetzt sollte er erst einmal Kräfte sammeln. Bei dem einen oder anderen macht der Kreislauf nach dem Spenden kurz nicht mit. „Das ist mir zum Glück noch nicht passiert“, sagt Lehmann. 17.25 Uhr: Frank Lehmann steht auf und räumt Teller und Kaffeetasse weg. „Bis zum nächsten Mal“, sagt er zu den DRK-Bediensteten.