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| 14:35 Uhr

Bildungsprojekt in Hoyerswerda
Kleine Meister besuchen Betriebe

 Lausitzbad-Betriebsleiter Matthias Brauer schaut mit den Kindern von unten in die Rutsche.
Lausitzbad-Betriebsleiter Matthias Brauer schaut mit den Kindern von unten in die Rutsche. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Wo und als was arbeiten Erwachsene eigentlich, während Kinder in der Kita spielen? Das erkunden die Ältesten des Integrationskinderhauses „An der Elsterwiese“ der Johanniter Unfallhilfe im Projekt „Kleine Meister von morgen“. Von Katrin Demczenko

„Bei den Busfahrern waren wir schon“, erzählt Arthur vor der Führung durch das Lausitzbad, die vor der Öffnung des Hauses für Besucher beginnt. Betriebsleiter Matthias Brauer stellt seinen Beruf Geprüfter Meister für Bäderbetriebe vor, der allgemein als Schwimmmeister bekannt ist. Da die 19 Vorschulkinder den Besuch vorbereitet haben, wissen sie, dass Schwimmmeister Menschen das Schwimmen lehren und sie im Ernstfall vor dem Ertrinken retten. Dass die 33 Badmitarbeiter allein im Hallenteil des 25-Meter-Beckens jede Woche 51 Fenster reinigen müssen und täglich im ganzen Haus aufräumen sowie die Fußböden wischen, ist ihnen aber neu. „Wenn ihr kommt, soll doch immer alles ordentlich sein“, sagt Matthias Brauer den Jungen und Mädchen.

Die Pumpen wälzen insgesamt 2,25 Millionen Liter Wasser um, wobei allein das Schwimmbecken 875 000 Liter fasst. Beeindruckt sagt ein Junge: „Ist viel, Alter.“ Als die Kinder die noch trockene grüne Wasserrutsche von unten nach oben durchklettern und auf Mängel überprüfen sollen, ist auch Fabienne mutig. „Alles in Ordnung“, meint sie oben angekommen und erfährt, dass ein Mitarbeiter diese Aufgabe täglich übernimmt. Kontrolliert werden natürlich auch alle anderen Attraktionen im Lausitzbad, denn kein Gast soll sich irgendwo verletzen.

Das Projekt „Kleine Meister von morgen“ gehört zum Programm „Ein Quadratkilometer Bildung“ der RAA Hoyerswerda/Ostsachsen. Zehn Betriebe besuchen die Sechsjährigen und bekommen Berufe vom Tischler bis zum Floristen vorgestellt, erklärt die RAA-Mitarbeiterin Susann Stolle.

In der Küche wird das Mittagessen für die Gäste vorbereitet und im Saunabereich verschiedene Aufgüsse. Der Garten ist auch ständig zu pflegen, erklärt Matthias Brauer. Bevor er den neugierigen Jungen und Mädchen die Belüftungsanlage und die Pumpentechnik im Keller zeigt, warnt er sie: „Bunte Knöpfe sind tabu.“ Alle halten sich daran und erfahren unter anderem, dass jedes Badebecken eine eigene Pumpe hat und die feuchte, warme Luft ständig gegen trockene kühle ausgetauscht wird. Das dient dem Wohlbefinden der Gäste und Mitarbeiter. Dem Betriebsleiter ist wichtig, den Kindern zu zeigen, wie viel Arbeit nötig ist, damit sie im Bad ihren Spaß haben. Nach der Führung meint mancher „Kleine Meister“, er will Schwimmmeister werden.

Das Programm „Ein Quadratkilometer Bildung“ mit dem Projekt „Kleine Meister von morgen“ finanzieren die Freudenberg Stiftung und die Lindenstiftung für vorschulische Erziehung. Nutznießer sind seit 2012 das Integrationskinderhaus „An der Elsterwiese“ und das Kinderhaus „Sonnenblume“ in der Neustadt. Da „Kleine Meister von morgen“ seit 2018 auch von der Nadelöhr Stiftung unterstützt wird, wurden das Katholische Kinderhaus St. Elisabeth und das Integrationskinderhaus „Brüderchen und Schwesterchen“ aufgenommen. Diese Stiftung finanziert die Projektbegleitung durch Prof. Dr. phil. habil. Andrea G. Eckhardt von der Hochschule Zittau-Görlitz, die die Pädagogik der Kindheit erforscht.