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| 02:39 Uhr

Kita-Neubau bewegt die Gemüter

An dieser Mauer scheiden sich die Geister: Mancher Wittichenauer fordert den Abriss. Doch nicht mal die Hälfte der Mauer gehört auch zu jenem Grundstück der Stadt, auf dem die neue Kita gebaut werden soll.
An dieser Mauer scheiden sich die Geister: Mancher Wittichenauer fordert den Abriss. Doch nicht mal die Hälfte der Mauer gehört auch zu jenem Grundstück der Stadt, auf dem die neue Kita gebaut werden soll. FOTO: cw
Wittichenau. So eine europaweite Ausschreibung hat es in sich. Aber wer – wie die Stadt Wittichenau – knapp vier Millionen Euro für den Neubau einer Kindertagesstätte investieren will, ist dazu nun mal verpflichtet. Catrin Würz

Das Ergebnis ist verblüffend genug: Denn trotz der EU-weiten Suche nach dem geeignetsten Planungsbüro ist jetzt doch ein Unternehmen (fast) aus der Nachbarschaft am Zuge. Den Auftrag für die Planung des neuen Wittichenauer Kita-Gebäudes und der Außenanlagen erhält ein Büro aus der Oberlausitz: die Bauplanconcept Planungs- und Ingenieurgesellschaft Neukirch/Lausitz.

Der geplante Kindergarten-Neubau bewegt die Gemüter in der Stadt bereits seit einigen Monaten. Vor gut einem Jahr hat der Stadtrat den Grundsatzbeschluss gefasst, für das auf 140 Plätze begrenzte Kinderhaus im Jakubetz-Stift einen Ersatzneubau mit 215 Plätzen zu errichten. Die weiter sehr hohe Geburtenzahl in Wittichenau macht die Erweiterung der Kita-Kapazitäten dringend notwendig. Im Herbst erwarb die Stadt daher ein Grundstück an der Gartenstraße von den Ordensschwestern, den Borromäerinnen - ein zentrumsnaher und doch verkehrsberuhigter Bereich, der für eine Kindereinrichtung wie geschaffen scheint.

Das haben prinzipiell auch mehrere Wittichenauer Bürger so gesehen, die sich nach der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanentwurfes "Kita Gartenstraße" zu Wort gemeldet haben. Mehr als 25 Bürger haben eine Stellungnahme zu dem Plan abgegeben. "Wir begrüßen das sehr, dass viele Bürger sich mit ihren Gedanken und ihrer Meinung zu dem Projekt eingebracht haben", sagte Bürgermeister Markus Posch.

Dreh- und Angelpunkt für viele Anwohner scheint die zukünftige Hauptzufahrt zur neuen Kindertagesstätte zu sein. Während die Einen eine Zufahrt von der August-Bebel-Straße aus für problematisch halten und für diesen Fall chaotische Verkehrszustände befürchten, glauben andere Anlieger das nicht. Sie kritisieren stattdessen eine mögliche verkehrliche Erschließung über die Gartenstraße als "Verlängerung des Anfahrtsweges für die Eltern und eine zusätzliche Belastung der Anwohner".

Dass über die Zufahrt auf das Kita-Grundstück bislang noch gar keine Entscheidung gefallen ist, erklärte Diplom-Ingenieurin Andrea Meiburg vom Dresdner Architektenbüro Dr. Braun & Barth kürzlich vor dem Stadtrat. Der vorliegende Bebauungsplan lege noch in keiner Weise fest, von welcher Straße aus der offizielle Zugang zum Kita-Gebäude erfolgen soll.

Ganz unterschiedliche Meinungen gibt es zudem über die gut 100 Meter lange Mauer, die das ursprüngliche Parkgelände zur Gartenstraße hin abgrenzt. Einige Bürger plädieren für den Abriss der ihrer Meinung nach hässlichen Mauer, andere empfinden diese Einfriedung keineswegs als störend, sondern als jahrzehntelangen Bestand des Stadtbildes. Auch dazu könne die Stadt keine endgültige Auskunft geben, erklärte Bürgermeister Posch. Nur 40 Meter und damit nicht ganz die Hälfte der Mauer gehören zu dem städtischen Grundstück, der Rest gehört anderen Eigentümern. Ein Teil dieser 40 Meter werde ganz sicher für Zugang oder Wirtschaftsweg zur Kita beseitigt. Über mehr könne man jedoch nicht entscheiden. Posch kündigte an, dass die Hinweise der Bürger so gut wie möglich in der künftigen Baugenehmigungsplanung berücksichtigt werden.