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Hoyerswerda
Kita-Kosten: Gegenwind für Verwaltungsspitze

Hoyerswerda. In Hoyerswerda explodieren die Kita-Kosten. Laut Verwaltung hatte ein einzelner Mitarbeiter vorhandene Daten nicht weiterverarbeitet. An dieser Version haben drei Stadtrats-Fraktionen jetzt Zweifel. Sie wollen wissen: Wusste die Verwaltungsspitze schon viel früher Bescheid? Von Sascha Klein

Die Diskussion um die sprunghaft gestiegenen Kita-Kosten in Hoyerswerda in Höhe von rund 900 000 Euro hat jetzt auch für die Verwaltung ein Nachspiel. Der Stadtrat hat den Oberbürgermeister mit einer Prüfung beauftragt. Denn: Die Fraktionen der Linken, der CDU und der SPD können sich schwer vorstellen, dass allein ein Mitarbeiter in der Verwaltung diese hohen sechsstelligen Kosten bei den Planungen nicht berücksichtigt haben soll – wie es die Verwaltung kürzlich begründet hat. „Wir haben an dieser Version Zweifel“, sagt Ralf Haenel (Linke) im Stadtrat. „Wir fragen uns, ob Bürgermeister Delling uns im Stadtrat wissentlich falsch informiert hat“, so der Linken-Fraktions­chef. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage sagt Haenel am Mittwoch, dass seiner Fraktion nicht erklärbar sei, weshalb ein Mitarbeiter in der Verwaltung über solche Rechte verfügen soll, ohne dass sein Vorgesetzter über sein Handeln Kenntnis hat. „Es gibt Fragen, die wir beantwortet haben möchten“, betont er.

Schon während der Stadtratssitzung am Dienstag sagt Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU), die Verwaltung werde sich vorerst nicht zu diesem Thema äußern, sondern zunächst die Sachlage prüfen.

Darüber hinaus soll es jetzt eine Tiefenprüfung des Rechnungsprüfungsamt der Stadt zu den Kita-Kosten geben. Alle Zahlungen der Jahre 2015 bis 2017 würden noch einmal geprüft. Falls zu viel gezahlt worden sei, behält sich die Stadtverwaltung Rückforderungsansprüche vor.

Durch die neuen Zahlen für die Kita-Betreuung braucht Hoyerswerda in den Jahren 2018 bis 2021 voraussichtlich 8,8 Millionen Euro mehr für seine Kitas als ursprünglich geplant.