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| 18:40 Uhr

Brauchtum
Bei Zeißiger Kirmes gibt es spezielles Brot

Unterstützt von Falk Hempel (r.) backt Nico Thäle bei Veranstaltungen im Zeißighof das „Zeißiger Hofbrot“ im Holzbackofen. Über 25 Brote passen für einem Backvorgang in den Ofen.
Unterstützt von Falk Hempel (r.) backt Nico Thäle bei Veranstaltungen im Zeißighof das „Zeißiger Hofbrot“ im Holzbackofen. Über 25 Brote passen für einem Backvorgang in den Ofen. FOTO: Johann Tesche
Zeißig. In einem 100 Jahre alten Ofen werden aus einer speziellen Mischung die Laibe gebacken.

Die Kirmes mit Schlachtfest im Zeißighof am Sonnabend haben viele Dorfbewohner und Stammgäste aus Hoyerswerda und Umgebung zur Entspannung genutzt. Vor dem Hof sorgten über die Mittagszeit die Königswarthaer Blasmusikanten für Spaß und Unterhaltung, während im Hof die Schlachteplatte ausgeschenkt wurde. Unter den vielen Gästen waren auch Melitta und Bernd Dotzauer aus Weifa bei Neukirch. Sie hörten im Radio von der Kirmes und begaben sich spontan auf Tour. „Wir haben 30 Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet und nutzen jetzt die Zeit, solche Veranstaltungen zu besuchen“, sagt die Ehefrau.

Zu den Besonderheiten des Zeißighofes gehört ein rund 100 Jahre alter Holzbackofen, in dem zu solchen Events über 50 Brote gebacken werden. Aus der speziellen Teigmischung, die von der Landbäckerei Köhler aus Bröthen bereitgestellt wird, formt Nico Thäle, der das Handwerk einst bei Heberer erlernte, in der Backstube die leckeren Hofbrote, die dann bei 280 bis 300 Grad Celsius ausgebacken werden. „Früher gab es dafür noch keine Thermometer. Die Bräunung einer in den Backraum gelegten Getreideähre zeigte nach der Zeit, in der das Vaterunser gebetet wurde, an, ob die notwendige Temperatur erreicht ist“, erklärt Nico Thäle, heutiger Eventmanager in der Lausitzhalle Hoyerswerda.

Den kulturellen Höhepunkt des Nachmittages gestalteten „Sarodniks Mädels“. In der sorbisch-evangelischen Tracht bot Anett Sarodnik mit ihren Töchter Martha und Hanka ein besonderes Klangerlebnis mit traditionellen sorbischen Instrumenten, zu denen neben der Flöte und der Klarinette insbesondere die kleine dreisaitige Geige, der Große Sorbische Dudelsack und die mechawka, ein Dudelsack, der zu feierlichen Anlässen gespielt wird, gehören. Ausführlich und gespickt mit lustigen Anekdoten erklärten Martha und Hanka den Aufbau und die Funktion der Instrumente, während Anett Sarodnik die Besonderheiten der sorbisch-evangelischen Tracht erläuterte, deren einzelne Elemente zu über 60 Varianten kombiniert werden können und dem Eingeweihten Einblick in den sozialen Status der Trägerin geben.

Monika Mattick aus Hoyerswerda, regelmäßige Besucherin des Hofes, schwärmte nach dem Auftritt voller Begeisterung: „Eine wirklich tolle Familie.“