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| 15:15 Uhr

Kirche
Kirche in Burghammer soll erhalten bleiben

Es soll nicht das letzte Konzert in der Kirche in Burghammer gewesen sein: Der Kirchenchor der evangelischen Kirchengemeinde Hoyerswerda-Neustadt, der jüngst ein anderthalbstündiges Konzert gab, möchte gerne im nächsten Jahr wieder kommen.
Es soll nicht das letzte Konzert in der Kirche in Burghammer gewesen sein: Der Kirchenchor der evangelischen Kirchengemeinde Hoyerswerda-Neustadt, der jüngst ein anderthalbstündiges Konzert gab, möchte gerne im nächsten Jahr wieder kommen. FOTO: Anja Guhlan
Burghammer. Der Kirchenchor möchte geistliche Konzerte im Gotteshaus fortführen. Auch Kirchenmitglieder und Gäste wollen sich für den Erhalt einsetzen. Von Anja Guhlan

Die Kirchgemeinde Spreewitz als Träger der Kirche in Burghammer kann langfristig gesehen das Gotteshaus nicht mehr halten. Darüber informierte Pfarrer Jörg Michel bereits im August. Nun fand  das erste Benefizkonzert zugunsten des Erhalts in der Burghammeraner Kirche statt. Der Chor der evangelischen Kirchgemeinde Hoy­erswerda-Neustadt unter der Leitung von Simone Weinberg hat zur geistlichen Abendmusik eingeladen. Rund 30 Besucher sind gekommen.

„Wir treten hier schon seit mehr als fünf Jahren immer wieder mal auf. In dieser Kirche herrscht einfach eine familiäre Atmosphäre. Da wir gerne hierher kommen, wäre es schade, wenn irgendwann die Kirche zugeschlossen würde“, sagt Simone Weinberg.

Die Kirchgemeinde und die Bürger müssen sich etwas einfallen lassen, um das Objekt zu erhalten. Wie Pfarrer Jörg Michel erläutert, ist das Problem nicht neu. Die stark reduzierte Anzahl an Gläubigen und der Mangel an Geld führen dazu, dass die Kirchengemeinde langfristig gesehen das Gotteshaus nicht mehr halten kann. Dietmar Kretschmar vom Kirchengemeinderat erklärt: „Wir müssen jährlich 2300 Euro in den Erhalt dieser Kirche stecken. Geld, was nur knapp da ist.  Ich persönlich will nicht diese Kirche schließen, aber realistisch gesehen, müssen wir uns für die Zukunft etwas einfallen lassen.“

Alle Besucher sind da mit ihm einer Meinung. Joachim Hänsch, gebürtiger Burghammeraner, wurde hier getauft. „Ich habe viel Zeit meiner Kindheit in der Kirche verbracht. Vor 53 Jahren habe ich auch hier geheiratet. Die Kirche bedeutet mir also sehr viel.“

Joachim Hänsch hat noch keine Ideen, wie man das Gotteshaus nutzen könnte, will sich aber Gedanken machen. Weiter ist da schon Katja Strecker aus Burghammer: „Ich könnte mir eine stärkere kulturelle Nutzung vorstellen. Der Ausbau zu einer Kulturkirche wie in Lauta wäre nicht schlecht.“

Auch Norbert Meyer aus Burghammer findet die Idee einer Kulturkirche als Treffpunkt nicht schlecht. Hans-Peter Frey aus Burghammer würde eher an eine touristische Nutzung denken. „In unserer Region gibt es kaum eine Radfahrerkirche. Die Kirche in Burghammer liegt nahe dem Froschradwanderweg. Da könnten Radtouristen bei uns einkehren“, so seine Vorstellungen. Allerdings bräuchte man dafür Sanitäranlagen und wahrscheinlich eine Getränkeversorgung. „Auf jeden Fall sollten sich die Bürger im Ort, aber auch alle anderen, die an einem Erhalt interessiert sind, intensive Gedanken machen. Eine endgültige Entscheidung kann nicht in fünf Minuten getroffen werden, sondern muss reifen“, ist sich Karola Hipko aus Burgneudorf sicher.

Auch Waltraud Kretschmar aus Zerre sagt: „In ein Dorf gehört auch eine Kirche. Es ist ein wichtiger Ort, wo man Ruhe und Stille genießen kann und auf Gott trifft. Solch ein Ort sollte erhalten bleiben, dafür werde ich mich als Kirchenmitglied aus Spreewitz genauso einsetzen.“

Pfarrer Jörg Michel stimmen die Aussagen optimistisch. Zudem freut er sich über zwei neue Kirchenmitglieder, die in der kommenden Woche in der Kirche getauft werden. Am 23. Oktober soll es im Ort eine Bürgerversammmlung geben, in der über die Kirchensituation informiert wird. Ab November will dann der Pfarrer Gesprächsabende veranstalten, wo gemeinsam konkrete Ideen entwickelt werden können.