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| 16:43 Uhr

Kirche
Kirche Burghammer: Aufgeben oder Umnutzen?

Nachdenken über neue Perspektiven für die Kirche in Burghammer: Pfarrer Jörg Michel bedauert die derzeitige Situation, dass die Kirche  in Burghammer langfristig von der Kirchgemeinde nicht mehr gehalten werden kann. Er möchte Bürger und Gemeindeglieder im Ort dazu bewegen, neue Perspektiven für das Gotteshaus zu entwickeln.
Nachdenken über neue Perspektiven für die Kirche in Burghammer: Pfarrer Jörg Michel bedauert die derzeitige Situation, dass die Kirche  in Burghammer langfristig von der Kirchgemeinde nicht mehr gehalten werden kann. Er möchte Bürger und Gemeindeglieder im Ort dazu bewegen, neue Perspektiven für das Gotteshaus zu entwickeln. FOTO: Anja Guhlan
Burghammer. Nur noch ein Pfarrer, immer weniger Christen und künftig viel weniger Geld: Das Gotteshaus in Burghammer steht vor einer großen Herausforderung. Von Anja Guhlan

Die Kirchgemeinde Spreewitz als Träger der Kirche in Burghammer kann langfristig gesehen dieses Gotteshaus nicht mehr halten. Darüber informiert Pfarrer Jörg Michel. Um das 113 Jahre alte Gebäude in Burghammer dennoch zu erhalten, müssen jetzt Perspektiven her.

Die Gründe für die derzeitige Situation sind nicht neu und lauten Mangel an Gläubigen und vor allem an Geld: Seit dem Jahr 1960 habe sich die Zahl der Gemeindeglieder um ein Vielfaches reduziert. „Damals hatten wir noch in der gesamten Kirchgemeinde 2.400 Gemeindeglieder, darunter 400 in Burghammer. Nun sind es nur noch 315 Gemeindeglieder in der gesamten Kirchgemeinde, lediglich 28 in Burghammer. Das ist ein scharfer Kontrast“, bedauert Pfarrer Jörg Michel. Letztendlich werde die Kirche in Burghammer nur noch stark frequentiert als Heilig-Abend-Kirche , weiß Michel. Die meisten Gottesdienste sind auf die Festtage reduziert worden mangels Besuchern.

Auch die Pfarrstelle ist seit Mai 2018 reduziert worden: Wo einst zwei Pfarrer als Ansprechpartner galten, muss die Gemeinde nun mit einem Kirchenmann auskommen, der jedoch zu drei Vierteln in der Stadtgemeinde Hoyerswerda tätig sein  soll. Nur ein Viertel seiner Arbeit dürfe er für die Kirchgemeinde in Spreewitz aufbringen.  Zudem koste der Unterhalt des Gebäudes in Burghammer der Kirchgemeinde jährlich 2300 Euro. Geld, das nur knapp vorhanden ist. Zwar erhält die Kirchgemeinde von der Landeskirche auch Zuweisungen. Doch die richten sich in erster Linie nach der Anzahl der Gemeindeglieder. „Da wir nur wenige Gemeindeglieder zählen, bekommen wir auch dementsprechend wenig“, erklärt Michel.

Den Kopf in den Sand stecken und die Kirche sofort aufgeben, möchte der Pfarrer indes nicht. Viel mehr will er mit den Bürgern und Gemeindegliedern vor Ort neue Perspektiven entwickeln. „Uns wird kein anderer aus dieser Misere heraus helfen, viel mehr müssen wir gemeinsam etwas bewirken“, appelliert er. Eigentlich wollte er schon kurz vor dem Sommer eine Perspektiven-Gruppe ins Leben gerufen haben, aber momentan herrscht bei den Bürgern und Gemeindegliedern noch Zurückhaltung. „Wir können nicht mehr warten. Jeder Monat, der verstreicht, ist ein verlorener Monat für den Erhalt der Kirche“, betont er.

Bürger und Gemeindeglieder vor Ort sollen möglichst Perspektiven und Möglichkeiten entdecken, entwickeln und konzipieren. „Schließlich werden sie mit der Kirche vor Ort leben“, meint Michel. Vorstellbar wäre so einiges, doch Michel will sich mit seinen Ideen bewusst zurückhalten. „Ich möchte nichts vorwegnehmen. Die Ideen sollen aus der Gemeinde und dem Ort kommen“, erklärt der Pfarrer. Ob es sich um eine komplette Umnutzung handeln könnte, eine Teil-Umnutzung, eine Formierung in eine Kultur- oder Tourismus-Kirche – den Ideen sind momentan keine Grenzen gesetzt. Pfarrer Michel hofft, dass sich vielleicht schon bald eine Perspektiven-Gruppe zusammenschließen könnte. Er will nämlich die Kirche gern erhalten und nicht irgendwann verkünden müssen, dass das Krippenspiel zum letzten Mal stattfinden wird. „Dann wäre es nämlich zu spät. Wir müssen jetzt aktiv werden, um die Kirche in Burghammer in irgendeiner Form zu erhalten“, sagt er noch einmal zum Abschluss mit seiner markanten Stimme.