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Fastenzeit
Kinghaus beteiligt sich erstmals am Klimafasten

Pfarrer Jörg Michel mit dem Plakat zum Klimafasten.
Pfarrer Jörg Michel mit dem Plakat zum Klimafasten. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Aktion Klimafasten animiert zu klimafreundlichem Leben im Alltag Von Katrin Demczenko

Wer die Fastenzeit vor Ostern dazu nutzen möchte, vorübergehend auf liebgewordene Gewohnheiten im Alltag zu verzichten und dafür mehr über wesentliche Dinge nachzudenken, kann 2018 in Hoyerswerda am Klimafasten teilnehmen.

Die evangelische Kinghaus-Gemeinde beteiligt sich erstmals an dieser schon seit Jahren bundesweit stattfindenden ökumenischen Aktion „Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit“. Pfarrer Jörg Michel erklärt dazu: Wenn Industrie- und Schwellenländer ihren Energiehunger weiter vorrangig durch die Verwendung von Kohle, Erdgas oder Erdöl stillen, entstehen immer mehr Treibhausgase, die den schon weltweit spürbaren Klimawandel beschleunigen. Solchen großen Veränderungen gegenüber fühlen sich die meisten Menschen machtlos, das müsse aber nicht sein.

Jeder Einzelne könne durch sein Verhalten im Alltag klimafreundlicher leben. Anregungen gibt die im Kinghaus ausliegende oder auf www.ekbo.de/klimafasten herunterladbare Broschüre. Sie bietet für die sieben Fastenwochen sieben einfache Denk- und Handlungsansätze. Dazu gehören: mehr Radeln anstatt Auto fahren, die Tiefkühlpizza weglassen und selbst mit regionalen Zutaten kochen sowie vor jedem Einkauf nachdenken, ob er notwendig und sinnvoll ist. Wer fair gehandelte Produkte erwirbt, unterstützt direkt jene Bauern, die diese anbauen.

Der Kauf energiesparender Elektrogeräte verringert den Stromverbrauch und so die im eigenen Haushalt produzierte Kohlendioxidmenge, nennt Pfarrer Michel weitere Beispiele. Verbraucher beeinflussen mit ihrem Kaufverhalten, welche Produkte in Supermarktregalen stehen und diese Macht sollten sie viel bewusster nutzen.

Die Kirchgemeinde ist beim Klima­fasten Impulsgeber und Multiplikator, um eine möglichst große Anzahl Menschen zu erreichen. Das Ziel der Aktion lässt sich mit dem afrikanischen Sprichwort beschreiben: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, werden sie das Antlitz dieser Welt verändern.