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Kinder(un)freundlich

Früher hätt’s das nicht gegeben – der Spruch ist so alt wie der Konflikt zwischen Generationen. Und es darf wohl behauptet werden, dass jeder den Satz noch gut im Ohr hat.

Wenn die Alten über den neumodischen Beat schimpften, mit dem die Jugend die traditionellen Schluchtenjodler lautstark übertönte. Warum also soll's in Hoyerswerda heute anders sein„ Als nachwuchsfreundliche Stadt galt die Lausitzmetropole - einst. Die Neustadt-Bürger, die heute über den Kinderlärm in ihrem Wohngebiet meckern, machten sie dazu. Als sie in den Kohlepott strömten, um mit harter Arbeit Geld zu verdienen. Für die Familie. Mit Kindern. Wirklich schon vergessen“
Dem Lebensbaum von Hoyerswerda geht nun der frische Saft aus. 10 840 Einwohnern in einem Alter über 60 Jahren stehen derzeit noch 4 462 Kinder bis 14 Jahre gegenüber. Dass die betagtere Generation sich einen beschaulichen Lebensabend wünscht, ist verständlich. Auch dem soll Rechnung getragen werden. Doch eine kinderunfreundliche Stadt ist eine sterbende Stadt. Und die kann keiner wollen.