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Kinder nehmen die Natur unter die Lupe

Während des Rangertages wurden auch Bodenproben unters Mikroskop und in Augenschein genommen.
Während des Rangertages wurden auch Bodenproben unters Mikroskop und in Augenschein genommen. FOTO: amz1
Wartha. Bereits zum sechsten Mal hat das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zum Rangertag eingeladen. Insbesondere Kinder und Jugendliche können dabei in den Arbeitsalltag von Rangern beziehungsweise Naturwächtern hinein schnuppern. amz1

Thema ist diesmal die Natur des Jahres 2017.

Maik Robel ist seit fast einem Vierteljahrhundert Naturwächter im Reservat. Der 52-Jährige hat sich zum Rangertag den Reptilien verschrieben. Konkret geht es um die Blindschleiche, die zum "Reptil des Jahres 2017" ernannt wurde. "Viele glauben, dass es sich dabei um eine Schlange handelt", weiß Maik Robel. "Dabei ist die Blindschleiche eine völlig harmlose Echsenart."

Während des Rangertages können sich Kinder und Erwachsene eine Blindschleiche aus Pappe zusammenpuzzeln. "Die lebendigen Tiere dieser Art sind flächendeckend im Biosphärenreservat vorhanden", erklärt der Experte.

Um Bodenarten dreht sich dagegen alles am Stand der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz. Mehrere Kinder nehmen mithilfe der Mitarbeiterinnen Silke Henschel und Karoline Köhler Bodenproben in Augenschein und untersuchen diese. So wird beispielsweise mittels Kaffeetüten die Filterfähigkeit geprüft. Und unter dem Mikroskop werden Bodenlebewesen sichtbar, die mit bloßen Augen selbst beim genauesten Hinsehen nicht erkennbar wären.

In der Naturschutzstation gibt es auch eine Juniorranger-Gruppe mit acht Kindern im Alter von acht bis 13 Jahren. Diese kooperiert eng mit den "richtigen" Rangern. In Sachsen gibt es derzeit geschätzt um die 30 Naturwächter. Diese sind im Biosphärenreservat, im Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide sowie im Nationalpark Sächsische Schweiz im Einsatz. Wer Ranger werden will, müsse einen etwa zweijährigen, berufsbegleitenden Lehrgang zum geprüften Naturschützer und Landschaftspfleger durchlaufen und die entsprechenden Prüfungen bestehen.

Das Reservat veranstaltet seinen Rangertag alljährlich um die Monatswende Juli/August: Der Anlass: "Am 31. Juli findet der Internationale Rangertag statt", erklärt Susanne Bärisch von der Öffentlichkeitsarbeit des Schutzgebietes. Während es bei dieser Tätigkeit in Mitteleuropa hauptsächlich um Umweltbildung geht, müssten Ranger in anderen Regionen täglich um ihr Leben fürchten. Denn Wilderer und Holzfäller würden sich in der Dritten Welt nicht selten kaum um geltende Gesetze scheren.

Oberlausitz-Ranger Maik Robel kann sich indes keinen schöneren Beruf als den des Naturwächters vorstellen. "Man bildet sich ständig weiter, lernt immer wieder Neues kennen und kann den Leuten spannendes Wissen vermitteln", erklärt der Malschwitzer, der in seinem ersten Beruf als Fischer tätig war. "Ich bin schon immer gern in der Natur. Eine reine Arbeit am Schreibtisch kann ich mir nicht vorstellen", so der 52-Jährige.

Nächster Höhepunkt im Schutzgebiet ist der herbstliche Naturmarkt. Dieser bietet am Sonnabend, 9. September, wieder eine Vielzahl heimischer Produkte an. Veranstaltungsort ist traditionell der Hof des "Hauses der Tausend Teiche" in Wartha.