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| 01:10 Uhr

Keine Alternative für gesperrte Kreisstraße

Die Laubuscher Einwohner müssen sich damit abfinden, dass ihnen bis zum Frühjahr 2006 keine direkte Straßenverbindung in die Elsterheide mehr zur Verfügung steht. Seit Montag ist die Kreisstraße 9210 in Richtung Geierswalde „dicht“ , eine ortsnahe Alternative gibt es nicht. „Die Straße musste geschlossen werden, weil Gefahr im Verzug ist“ , sagte der LMBV-Länderbereichsleiter für Ostsachsen, Michael Illing, am Dienstag auf einer Einwohnerversammlung im Laubuscher Kulturhaus. Von Uwe Menschner

Das rasch ansteigende Grundwasser habe die Standfestigkeit der Trasse beeinträchtigt, man könne nicht ausschließen, dass es zu Rutschungen ähnlich denen auf der Koblenzer Straße bei Knappenrode komme: „Da es sich um eine unmittelbare Bergbaufolge handelt, sind wir in der Pflicht.“
„Glücklicherweise wurden uns die Mittel zur Verfügung gestellt, die nötig sind, um sofort mit dem Neubau der K 9210 zu beginnen“ , so die Leiterin der Projektplanung der LMBV Ostsachsen, Ilona Hoffmann. Die neue Kreisstraße werde auf einem 38 Meter breiten, stark verdichteten Damm entstehen, der neben der Straße auch noch Platz für einen Radweg bietet. Während der Verdichtungsarbeiten, die voraussichtlich bis Ende Mai 2006 dauern werden, müsse die alte Trasse gesperrt bleiben. „Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, kann in Abhängigkeit vom Grundwasserstand die alte K 9210 möglicherweise noch einmal geöffnet werden“ , erklärte Ilona Hoffmann. Ende 2006 soll dann der Straßenbau abgeschlossen sein und die neue K 9210 für den Verkehr zur Verfügung stehen.
Diese Auskünfte sind für den Ortsvorsteher von Laubusch, Günter Schmidt, allerdings alles andere als befriedigend. Er sieht sich und den gesamten Ortschaftsrat nur ungenügend in die Vorbereitungen für den Straßenneubau einbezogen. „Die K 9210 ist eine unverzichtbare Lebensader für Laubusch“ , erklärte er auf der Versammlung. „Es ist zu befürchten, dass viele Gewerbetreibende, die auf die Kundschaft aus der Elsterheide angewiesen sind, in ihrer Existenz bedroht werden.“ Man hätte, so Schmidt, intensiver nach einer Interimslösung suchen müssen. Der Ortsvorsteher von Geierswalde, Karl-Heinz Radochla, sieht Probleme für die ärztliche Versorgung der Bürger seines Ortes.
„Es wurde sehr intensiv nach alternativen Möglichkeiten für eine PKW-Verbindung gesucht“ , erklärt hingegen Henryk Alte vom beauftragten Bauplanungsbüro. „Es gibt zwar Waldwege, die aber nicht ohne weiteres für den PKW-Verkehr freigegeben werden können. Das dafür erforderliche Verfahren nimmt mehrere Jahre in Anspruch.“ Man habe sich daher entschlossen, die komplette Unterbrechung der Verbindung zwischen Laubusch und Elsterheide für einen begrenzten Zeitraum in Kauf zu nehmen. „Da müssen wir jetzt alle gemeinsam durch“ , meint auch der Lautaer Bürgermeister Hellfried Ruhland. „Wir haben Glück, dass die neue Straße sofort gebaut werden kann. Im schlimmsten Fall hätten wir mehrere Jahre mit der Unterbrechung leben müssen.“ Immerhin werde die Alte Berliner Straße als gut befahrbarer Radweg hergerichtet, sodass die Verbindung zumindest auf diese Weise sichergestellt sei.
Die Gedenkstätte für das im Zuge des Bergbaus abgebaggerte Dorf Laubusch wird an die neue Trasse angeschlossen, erklärte Henryk Alte auf eine entsprechende Frage des Ortsvorstehers. „Falls es zu Beschädigungen kommt, werden diese behoben“ , versicherte er. An den Gebäuden nahe des künftigen Dammes werden Beweissicherungsuntersuchungen durchgeführt, um durch den Bau verursachte Schäden später sicher erkennen zu können. „Die Verdichtung wird im Zweischichtbetrieb bis in den späten Abend hinein erfolgen“ , so Henryk Alte. Sollte die Lärmbelastung für die Anwohner zu groß sein, könne man sich auch auf andere Zeiten einigen: „Dann dauert es aber insgesamt länger.“