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| 01:13 Uhr

Kein Kompromiss möglich

Wiednitz.. Gestern startete in der Gemeinde Wiednitz eine neue Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM). Zwölf Arbeitslose, die zumeist erst vor kurzem ihren Job verloren, werden im kommenden halben Jahr beim Wegebau, bei der Grabenberäumung und anderen Projekten in der Kommune mittun.

Eigentlich ein Grund zur Freude für die Gemeinde. Doch wer das Vorspiel kennt, für den ist die Geschichte eher ein Ärgernis.
Denn bereits vor zwei Wochen sollte eine ABM mit 18 Personen starten. Weil die Gemeinde Wiednitz in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen beim Einsatz von Sozial hilfeempfängern hatte, sollten auch diesmal drei dabei sein. „Um ihnen eine Chance zu geben“ , so die Intention der Wiednitzer Gemeindeverwaltung. Alle Absprachen mit dem Sozialamt Kamenz waren getroffen, das für die Sozialhilfeempfänger auch einen monatlichen Zuschuss bezahlen wollte - unter der Voraussetzung, dass die Leistungsempfänger nach einem Jahr ABM aus der Sozialhilfe herausfallen würden. Eine Konstellation, wie sie Wiednitz schon des öfteren praktiziert hatte. Doch was niemand ahnte: die gesetzlichen Regelungen wurden im Arbeitsamt Hoyerswerda plötzlich anders angewendet.
Nur einen Tag bevor die ABM in Wiednitz starten sollte - und als die betroffenen Personen bereits Bescheid wussten - informierte das Arbeitsamt Hoyerswerda, dass die ABM auf keinen Fall für ein Jahr, sondern nur für sechs Monate genehmigt werde. Damit war auch die Gewissheit entfallen, dass die drei Sozialhilfe empfänger wieder Leistungen vom Arbeitsamt beziehen könnten. „Plötzlich brach das gesamte Finanzierungskonzept zusammen“ , berichtete Bürgermeisterin Gabriele Witschaß kürzlich den Gemeinderäten. Fieberhaft hatte die Bürgermeisterin versucht, einen Kompromiss mit dem Arbeitsamt zu finden - jedoch es gab keinen. Dort pochte man auf die neue Praxis bei der Vergabe von ABM, auf die man von Seiten des Amtes auch rechtzeitig aufmerksam gemacht habe.
Innerhalb von nur zwei Wochen bekam die Gemeinde zwar eine neue ABM - ohne Sozialhilfeempfänger - genehmigt, doch ein bitterer Beigeschmack bleibt. Gabriele Witschaß: „Man hat das Gefühl, es geht nicht mehr um die einzelnen Menschen, sondern nur noch um die Töpfe“ (cw)