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| 17:25 Uhr

Lauta
Kein klarer Favorit bei den Lautaern

Das ist das Streitobjekt: Für das alte Kinderwochenheim in Lauta gibt es drei Interessenten. Noch hat sich der Stadtrat nicht zu einer Entscheidung durchgerungen.
Das ist das Streitobjekt: Für das alte Kinderwochenheim in Lauta gibt es drei Interessenten. Noch hat sich der Stadtrat nicht zu einer Entscheidung durchgerungen. FOTO: Anja Guhlan
Lauta . Ein Objekt in Lauta, das zum Verkauf steht. Drei Bieter mit drei unterschiedlichen Projektideen. Und ein derzeitiger Mieter, der ungern raus will. Das ist die aktuelle Situation beim  ehemaligen Kinderwochenheim in der Krankenhausstraße. Klingt verwirrend? Die RUNDSCHAU hat sich daher bei Bürgern in der Stadt umgehört. Von Anja Guhlan

Um es vorweg zu nehmen: Alle Umfrageteilnehmer  pochen in jedem Fall auf einen Nutzen für die Stadt Lauta im Allgemeinen und im Speziellen für sich selbst. Da jüngst die drei Projektvorstellungen der drei Bieter öffentlich bekannt wurden, kommt die Frage auf, gibt es einen Favoriten unter den Lautaer Bürgern? Nein. Jede Projektidee glänzt und behält Schattierungen.

Mehrgenerationswohnen? „Tolle Sache, wenn ältere und jüngere Menschen sich gegenseitig beim gemeinsamen Wohnen helfen und unterstützen“, sagt Hannelore Noack (62), die zwar nicht in Lauta wohnt, aber in der Stadt arbeitet. Dennoch fragt sie sich, ob das im ländlichen Lauta funktioniert. „In Großstädten gibt es viele solcher Mehrgenerationswohnhäuser, da scheint es angenommen zu werden, wie ich aus den Medien auch erfahre.“

Die Lautaerin Nancy Wehner (29) findet ebenfalls das Mehrgenerationswohnen gut. „Gegenseitiges Helfen und Unterstützen wird immer wichtiger“. Auch Michael Gröger (35) aus Lauta findet ein Mehrgenerationswohnhaus nicht schlecht: „Aber nur, wenn darin keine Asylanten oder andere Ausländer untergebracht werden.“

Gesundheitszentrum? Carola Kobelka (23) entscheidet sich spontan bei der Umfrage für das Gesundheitszentrum. „Da hat man alles an einem Fleck und kurze Wege“, sagt sie. Auch eine weitere Bürgerin, die anonym bleiben will, spricht sich bei der Umfrage schnell für das Gesundheitszentrum aus: „Da ist wirklich alles zentral an einem Platz und man spart Zeit“, sagt sie. „Keine Zeit, sie müsse weiter“ ruft sie noch im Weggehen hinterher. Hannelore Noack nimmt sich mehr Zeit und hat auch beim Gesundheitszentrum eine Meinung: „Zwar alles zentral an einem Platz, aber es kommen doch keine neuen Ärzte. Wenn wir neue Ärzte gegen den Facharztmangel bekommen, dann wäre das mein Favorit.“

Hundezentrum? Laura Herrgesell plädiert ganz spontan für das Hundezentrum als Favoriten. „Ich bin total für Tiere und das allgemeine Tierwohl. Deshalb fände ich es nicht schlecht, wenn ein Hundezentrum entstehen würde“, sagt die 21-Jährige, die selbst einen Hund besitzt. Auch Uwe Kubenka (38) findet das Hundezentrum eine „feine Sache“, er selbst nutzt bereits den vorhandenen Hundeplatz in der Stadt. Das Hundezentrum wäre eine sinnvolle Ergänzung. Michael Gröger spricht sich klar gegen das Hundezentrum aus – wegen des Gebells. Er wohnt in der Nähe des besagten Objektes.

Es gibt aber auch Bürger, die nicht mitreden wollen, sondern nur ohne das Nennen des Namens sagen: „Am Ende entscheidet doch eh die Stadt allein und über die Köpfe der Bürger hinweg“, „Die Entscheidung ist sicherlich schon längst gefallen“ oder „Die Sache lohnt sich nicht besprochen zu werden, dass entscheiden die eh intern.“ Auch in den sozialen Netzwerken wird kräftig diskutiert. Das Stimmungsbild ist ähnlich wie auf der Straße.

Und das DRK? Zum jetzigen Mieter des Objektes und dem nun öffentlichen Streit um das ehemalige Kinderwochenheim äußern sich auch einige Bürger. „Ich verstehe immer noch nicht, warum das DRK nicht in die Nordschule geht“, sagt Laura Herrgesell. Hannelore Noack versetzt sich ins DRK: „Vielleicht fällt Loslassen schwer. Sie sollten das Angebot der Nordschule nutzen.“ Auch Uwe Kubenka (38) findet es für das DRK „ärgerlich“, regt aber auch an, in die Nordschule zu gehen: „Das ist doch auch ein schönes Objekt.“ Nancy Wehner hingegen findet das Angebot in der Nordschule „nicht ganz optimal“, aber sie appelliert für ein gutes Miteinander in der Stadt.