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| 17:45 Uhr

Hoyerswerdaer Kita
Datum offen für Sonnenblume-Aus

 Die Kita "Sonnenblume" in Hoyerswerda, Januar 2019
Die Kita "Sonnenblume" in Hoyerswerda, Januar 2019 FOTO: LR / Anja Hummel
Gute Stimmung bei den Eltern: Hoyerswerdaer Kita kann der Schließung im Sommer entgehen. Von Anja Hummel

Elternversammlung in der Kita „Sonnenblume“: Die Mütter und Väter sind gespannt, was der Träger und die Stadt Hoyerswerda zu verkünden haben.

Florian Nüsse ist auch vor Ort. Seine beiden Töchter sind „Sonnenblumen“-Kinder. Seit die Stadt im vergangenen September beschlossen hat, die Kindertagesstätte in der Neustadt zu schließen, kämpft er mit den anderen Eltern gegen die Entscheidung an. Die jüngste Stadtratssitzung vor anderthalb Wochen war nicht nur für ihn sehr emotional. Der von den Eltern beantragte Bürgerentscheid wurde abgelehnt, genauso wie das Hinauszögern des Kita-Aus. Laut Beschluss soll die „Sonnenblume“ im Juli dieses Jahres die Pforten schließen.

Umso erfreulicher sind die Aussagen am Elternabend. Vertreter des Kita-Trägers (Trägerwerk Soziale Dienste Sachsen) und der Stadtverwaltung sollen verkündet haben, dass die „Sonnenblume“ bis zum Sommer 2020 offen bleibt. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Florian Nüsse. Offiziell bestätigt wurde diese Information bis Redaktionsschluss jedoch weder von Stadt noch von Träger. Was nach Aussage der Eltern am vergangenen Freitag ebenfalls vermittelt wurde: Der Träger möchte 200 000 Euro in die Kita investieren.

 Elternsprecher Robert Ratzing appellierte Ende Januar mit Unterstützung der Kita-Kids an die Stadträte.
Elternsprecher Robert Ratzing appellierte Ende Januar mit Unterstützung der Kita-Kids an die Stadträte. FOTO: LR / Anja Hummel
 Elternsprecher Robert Ratzing appellierte Ende Januar mit Unterstützung der Kita-Kids an die Stadträte.
Elternsprecher Robert Ratzing appellierte Ende Januar mit Unterstützung der Kita-Kids an die Stadträte. FOTO: LR / Anja Hummel

Die Stadtverwaltung hält sich in ihrer Erklärung allgemein. Von der Pressestelle heißt es zum Inhalt des Elternabends: „Erläutert wurde der aktuelle Sachstand zur vorgesehenen Schließung im Ergebnis der Beschlüsse des Stadtrates im September 2018 und Januar 2019.“ Weil der Stadtrat das Bürgerbegehren in der jüngsten Sitzung als ungültig erklärt hat, kämen nun „Verwaltungsakte“ ins Spiel, die „Auswirkungen auf den zeitlichen Ablauf des Gesamtverfahrens“ haben könnten. Sprich: In dieser Zeit ruhen die Verhandlungen zwischen Träger und Stadt. Demnach sei es völlig offen, wann die „Sonnenblume“ tatsächlich geschlossen wird.

Elternvertreter Robert Ratzing: „Wir legen einen Widerspruch gegen die Ablehnung des Bürgerbescheids ein.“ Sofern dieser Widerspruch ebenfalls abgelehnt wird, „wird geklagt“, so Ratzing. Verfahren wie diese zögern die Kita-Schließung heraus. „Dadurch gewinnen wir Zeit, das haben wir uns gewünscht“, sagt Robert Ratzing weiter, der die Elternschaft rund um die Kita für „unschlagbar“ hält. Wie die Eltern die Verzögerung nutzen möchten? „Wir möchten Spenden sammeln, um die Kita dauerhaft erhalten zu können“, sagt der Elternvertreter.

Was die Stadt ankündigt: „Es ist bereits ein weiterer Gesprächstermin zwischen dem Träger der Kita Sonnenblume und der Stadtverwaltung geplant“, verkündet Sprecher Bernd Wiemer. Was in diesen Gesprächen auf den Tisch kommt, soll dann auch Presse und Bürgern mitgeteilt werden. Der Termin wird nach Stadtverwaltung „zeitnah“ stattfinden.

Ende September 2018 hat der Stadtrat über die Schließung der Kita „Sonnenblume“ entschieden. Träger und Eltern fühlten sich damals vor den Kopf gestoßen, haben erst kurz zuvor von den Plänen erfahren. Der Grund für die Schließung: Die Kita habe laut Stadt den höchsten Sanierungsbedarf. Von insgesamt 2250 Krippen-, Kita-, und Hortplätzen sind rund 240  zu viel. Mit Schließung der Kita „Sonnenblume“ sollen insgesamt 80 Plätze abgebaut werden.