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| 16:06 Uhr

Streik bei Kaufland in Görlitz
Kaufland-Mitarbeiter legen heute die Arbeit nieder

FOTO: dpa / Patrick Seeger
Hoyerswerda/Görlitz. Verdi ruft Sachsens Einzelhandel zum Streik auf Von Rita Seyfert

Weniger Geld, aber mehr Arbeit als im Westen! Die Beschäftigten im Einzelhandel bei Kaufland begehren auf. Die Gewerkschaft Verdi hat die sächsischen Kaufland-Mitarbeiter für heute, 9. Juli, von 5.30 bis 10.30 Uhr, zum Streik vor der Filiale in Görlitz aufgerufen. Ihre Forderungen sind ganz klar. Wie Sonja Menke, Gewerkschaftssekretärin für den Einzelhandel in Ostsachsen mitteilt, fordert die Tarifkommission 1,20 Euro mehr Gehalt pro Stunde für die Mitarbeiter und 100 Euro mehr Gehalt pro Monat für Auszubildende. Auch eine Angleichung der Tarifverträge zwischen Ost und West wird angestrebt. Verdi-Gewerkschaftssekretärin Menke: „Wir wollen mit den Arbeitgebern Gespräche über die Nachteile der Arbeitnehmer in Sachsen führen“, sagt sie.

Während die Mitarbeiter in den neuen Bundesländern nur 50 Prozent Weihnachtsgeld vom individuellen Gehalt erhalten, kassieren die im Westen 62,5 Prozent. Urlaubsgeld bekommen die Ost-Kaufländer nur 45 Prozent, die im Westen 50 Prozent. Und während die Kollegen im Osten 38 Stunden pro Woche arbeiten, haben die Mitarbeiter im Westen bei gleichem Gehalt nur eine 37-Stunden-Woche. Ein weiteres Problem seien Arbeitsverhältnisse in geringfügiger Teilzeit. Viele Beschäftigte bräuchten Zweitjobs.

Bereits gestern waren die ostsächsischen Kaufländer zum Streik aufgerufen, allerdings ohne Versammlung, wie es hieß. Kaufland-Sprecherin Heike Bradatsch bestätigt, dass am Montag früh in der Filiale in Hoyerswerda „lediglich drei Mitarbeiter“ streikten. Auswirkungen auf den Verkauf gab es keine. Der Markt hatte regulär geöffnet. Die Kunden konnten wie gewohnt ihre Einkäufe tätigen.