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Neujahrstag
Kater einfach weg gewandert

Das Dutzend Teilnehmer der Wanderung macht Halt an der Schutzhütte am Bernsteinsee.  Ganz in der Nähe befindet sich das Wehr des Überleiters. Im Anschluss wurde in Richtung Spremberg  weitergewandert.
Das Dutzend Teilnehmer der Wanderung macht Halt an der Schutzhütte am Bernsteinsee. Ganz in der Nähe befindet sich das Wehr des Überleiters. Im Anschluss wurde in Richtung Spremberg weitergewandert. FOTO: Anja Guhlan
Burghammer. Gemeinschaft startet in Burghammer wieder zur traditionellen Wanderung. Neu-Einwohner nutzt die Gelegenheit, seine Nachbarschaft kennenzulernen. Von Anja Guhlan

Von Anja Guhlan

Das Jahr ist gerade einmal 13 Stunden alt, als sich ein Dutzend Bewohner aus Burghammer in der Gemeinde Spreetal zur „Katerwanderung“ vor der Kirche trifft. Sie haben sich vom Sofa aufgerappelt, um gemeinsam in ein gesundes und friedliches Jahr 2018 zu starten. „Das funktioniert am Besten mit Bewegung“, sagt der diesjährige Wanderführer und ehemalige Ortsvorsteher Hans-Peter Frey.

Die Gruppe läuft von der Kirche aus in Richtung Bernsteinsee. Das Restloch des ausgekohlten Tagebaus Burghammer, das von 1997 bis 2006 geflutet wurde, ruht still und die Sonne wirft ihre Strahlen auf den See. Herrliches Laufwetter. „Wir wandern aber bei jedem Wetter“, betont Frey mit einem Lächeln. Als die Gruppe durch den Ort geht, wird sich über Neues ausgetauscht und erzählt, wo der Silvesterabend verbracht wurde. Ob gemütlich zu Hause, im Lausitzbad in Hoyerswerda oder bei einer der vielen angebotenen Veranstaltungen in der Nachbarstadt.

Über ein Stück des Rundweges am Bernsteinsee gelangen die Wanderer zum Wehr am Überleiter und zu der Schutzhütte , die auf einem kleinen Hügel neben dem Wehr steht. Viele erinnern sich noch an den August des Jahres 2014, als die Rasthütte feierlich übergeben wurde.
Im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens vom Landkreis Bautzen wurde das Gebiet um den Bernsteinse neu geordnet. Die Schutzhütte wurde durch übrig gebliebenes Geld des aufwendigen Verwaltungsverfahrens der Teilnehmergesellschaft des Flurneuordnungsverfahrens Burghammer finanziert. Das sind all jene Grundstückseigentümer, deren Flächen vom Tagebau betroffen waren. Damals haben Hans-Peter Frey und Jürgen Thietz die Hütte aus massivem Fichtenholz eigenständig errichtet.

Nun sitzen und stehen die Wanderer an dieser Schutzhütte, Fotos werden gemacht. „Für das frei zugängliche Wehr haben wir lange gekämpft. Und die Schutzhütte lädt einige Radler, Skater, Wanderer oder Spaziergänger zum Verweilen ein“, erzählt Frey.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist Benny Köhler wieder an dieser Stelle. Der 36-Jährige nimmt zum ersten Mal an der Wanderung teil. Er ist das neue Gesicht in der Runde, denn er hat das einstige Haus seiner Großeltern in Burghammer bezogen. „Ich finde die Gemeinschaft hier toll“, sagt er. So tauscht er sich während der Wanderung mit vielen anderen Bewohnern aus, erkundet die Gegend neu und wandert ein bisschen den Kater weg, der sich bei der ganzen Feierei um Weihnachten und Silvester eingeschlichen hat.
„Leider sind einige heute auf dem Sofa oder vor dem Fernseher beim Skispringen hängen geblieben“, bedauert Hans-Peter Frey ein wenig. Im nächsten Winter soll die Wanderung erneut stattfinden. Ob es dann wieder eine Katerwanderung an Neujahr, eine Speck-Weg-Wanderung nach Weihnachten oder mal was ganz Neues wird, muss noch ausgeknobelt werden.