K Bei der Wahl des Veranstaltungsortes hat sich der Musikrat von Anfang an auf kleinere Städte orientiert. „In einer Großstadt wie Dresden oder Leipzig geht ein solches Ereignis schnell unter“ , meint der Vorsitzende des Sächsischen Musikrates. Die Lessingstadt Kamenz kristallisierte sich unter zehn Bewerbern bald als Favorit heraus und erhielt relativ schnell den Zuschlag - nicht zuletzt Dank des persönlichen Engagements von Bürgermeister Roland Dantz, wie Torsten Tannenberg betont.
Dieser freut sich, dass Kamenz im nächsten Jahr Schauplatz eines solch hochkarätigen Kulturereignisses sein wird: „Dies stellt uns zwar vor enorme logistische und organisatorische Herausforderungen, die wir aber gerne annehmen.“ Immerhin wird mit circa 70 teilnehmenden Chören gerechnet, die Zahl der anreisenden Sänger schätzt Torsten Tanneberg auf etwa 6000. Mit einer solchen Zahl sind die Übernachtungskapazitäten einer Stadt wie Kamenz natürlich hoffnungslos überfordert. „Auch wenn ein Großteil abends wieder abreist, wollen wir doch möglichst viele Teilnehmer das gesamte Wochenende über in Kamenz behalten“ , betont Roland Dantz. Die Stadt werde, sofern gewünscht, Turnhallen als provisorische Übernachtungsquartiere bereitstellen. Auch private Hausbesitzer seien aufgerufen, Quartiere zur Verfügung zu stellen.
Mit dem ersten Sächsischen Chortreffen hofft der Musikrat, ein wenig die gegenwärtige Zersplitterung der sächsichen Chorlandschaft überwinden zu helfen. „Es gibt nicht weniger als 15 voneinander unabhängige Verbände, darunter auch mehrere sorbische“ , erklärt Torsten Tanneberg. Von letzteren konnte der Bund Sorbischer Gesangsvereine für die Teilnahme gewonnen werden.
Während der zwei Haupttage des Treffens, dem 24. und 25. Juni (am 23. Juni ist lediglich ein Empfang beim Kamenzer Bürgermeister geplant) soll die gesamte Lessingstadt in eine Klangmeile verwandelt werden. „Auf nicht weniger als sechs Bühnen werden die Chöre die Möglichkeit haben, ihr Können zu präsentieren“ , unterstreicht der Leiter des Kamenzer Kulturbetriebes, Reiner Deutschmann. Diese werden gleich von der „Fete de la Musique“ übernommen, die eine Woche vorher stattfindet. Mit in das Festwochenende eingebunden werden sollen ein buntes Markttreiben vor dem Rathaus und möglicherweise das traditionelle Fest des 18. Jahrhunderts, das ursprünglich erst eine Woche später geplant war. Dreh- und Angelpunkt des Chortreffens wird jedoch die Hutbergbühne sein, auf der an beiden Abenden große Abschlusskonzerte stattfinden. Am Sonnabend kommt dabei „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn zu Gehör, am Sonntag heißt es „Saxonia Cantat - Sachsen singt“ . Und wenn das erste Chortreffen ein Erfolg wird, dann kann sich Torsten Tanneberg durchaus vorstellen, dass auch die folgenden Auflagen in Kamenz stattfinden und der Kulturkalender der Lessingstadt somit einen weiteren ständigen Farbtupfer erhält.