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| 15:27 Uhr

Kamenz wird Sachsens IT-Bildungszentrum

Finanzminister Georg Unland (l.) übergibt die schriftliche Zusage zum Kauf des Gebäudes Macherstraße 146 an den 1. Beigeordneten des Bautzener Landrates, Udo Witschas.
Finanzminister Georg Unland (l.) übergibt die schriftliche Zusage zum Kauf des Gebäudes Macherstraße 146 an den 1. Beigeordneten des Bautzener Landrates, Udo Witschas. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Kamenz. Kamenz festigt seine Position als Standort von Behörden und Institutionen des Freistaates Sachsen. Nach dem Statistischen Landesamt siedeln sich bis 2022 auch der Staatsbetrieb Informatikdienste und das Sächsische Bildungsinstitut dort an. Das ist seit Mittwoch sicher. Uwe Menschner / ume1

Ende gut, alles gut, könnte die Situation der Neuordnung der Kamenzer Schullandschaft und der Nachnutzung des riesigen Schulgebäudes am Flugplatz jetzt beschrieben werden. Denn was über Jahre wie ein kaum zu zerschlagender gordischer Knoten aussah, findet jetzt zu einer für alle Seiten befriedigenden Lösung. Möglich wurde dies, weil Stadt, Kreis und Freistaat an einem Strang gezogen haben und sich gemeinsam um diese Lösung bemühten.

Die Nachnutzung des 1994 als Albert-Schweitzer-Gymnasium in Betrieb genommenen Baus Macherstraße 146 - später Bestandteil, heute alleiniger Sitz des Lessing-Gymnasiums - bildete den neuralgischen Punkt bei der Lösung der Kamenzer Schulproblematik. Wenn, wie von der Stadt gewünscht, die gymnasiale Bildung wieder im historischen Lessing-Gymnasium an der Henselstraße angesiedelt wird, sind neue Nutzer für das Objekt an der Macherstraße gefragt. Ohne diese - so die klare Ansage des Landkreises - gibt es keinen Umzug.

Dass dieser Gordische Knoten zerschlagen wurde, ist zu einem nicht geringen Teil dem Kamenzer Landtagsabgeordneten Aloysius Mikwauschk (CDU) zu danken, der Finanzminister Georg Unland (ebenfalls CDU), salopp gesagt, solange "auf die Nerven ging", bis dieser sein Okay zum Kauf der Macherstraße 146 durch den Freistaat und die Nachnutzung durch Einrichtungen des Landes gab.

Seit Mittwoch hat der Landkreis Bautzen als bisheriger Eigentümer das auch schriftlich. Finanzminister Georg Unland übergab dem 1. Beigeordneten des Landrates, Udo Witschas (CDU), die entsprechende Zusage. "Der Freistaat Sachsen wird in diesem Zuge in den kommenden Jahren etwa 20 Millionen Euro in Kamenz investieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten", so der Minister. Dies umfasst neben dem Kauf und dem Umbau des Objektes Macherstraße 146 auch die Förderung, die das Land für die Ertüchtigung des historischen Lessing-Gymnasiums gewährt. Unland betont, dass dies nicht "einfach so" entschieden worden sei: "Auch wir müssen bei allen Investitionen auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz achten. Diese sind hier gegeben."

Damit ist der Weg frei für die Ansiedlung des Staatsbetriebes Sächsische Informatikdienste und des Sächsischen Bildungsinstitutes in Kamenz. Ersterer fungiert als zentraler IT-Dienstleister für alle Behörden und Institutionen des Freistaates. Das Sächsische Bildungsinstitut hat seinen Schwerpunkt in der Weiterbildung der sächsischen Lehrerschaft.

Da die Kurse oft über mehrere Tage gehen, schafft der Freistaat im Zuge des Umbaus auch Übernachtungskapazitäten für die Teilnehmer. Aufgrund seines Umfanges muss das Vorhaben europaweit ausgeschrieben werden. Georg Unland rechnet deshalb mit einem Baubeginn Ende 2020 und dem Abschluss Ende 2022. Zuvor muss die Stadt Kamenz das Schulgebäude Henselstraße so weit hergerichtet und erweitert haben, dass es den Gymnasialbetrieb aufnehmen kann.