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| 02:46 Uhr

Kamenz möbelt seine "gute Stube" auf

Kamenz. Die Stadt Kamenz will ihren Marktplatz aufpolieren. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einem entsprechenden Beschlussvorschlag der Verwaltung zugestimmt. ume1

Hauptziel ist es, die "Erlebnis- und Aufenthaltsqualität" auf dem zentralen innerstädtischen Platz zu erhöhen.

Der Marktplatz gilt als die gute Stube einer Stadt. Hierher kommt man, um sich zu treffen, durch die Geschäfte zu bummeln und einen Kaffee zu trinken. Dies alles ist prinzipiell auch in Kamenz möglich, und doch sehen Stadtrat und Stadtverwaltung erhebliche Defizite. Insbesondere gilt der Platz - außerhalb von Wochenmärkten oder Festen - als wenig frequentiert. "Die Kamenzer wünschen sich einen belebten Marktplatz, was auch die Grundlage für die Neugestaltung bildet", wie Gudrun Richter vom städtischen Bauamt in der Beschlussvorlage erklärt. Doch auch die Verkehrssituation stellte sich als zunehmend unbefriedigend dar.

Verkehrs- und Ruhebereiche

So bildet nun die klare Trennung von Verkehrs- und Ruhebereichen eine der Hauptprämissen für die Neuplanung. Anders als bisher soll der Verkehrsstrom künftig in Form eines Kreisverkehrs um den gesamten Marktplatz herumgeführt werden. "Der Verkehrs- und der Ruhebereich werden optisch durch die Verlegung von Leitsteinen deutlicher voneinander getrennt", so Gudrun Richter. Die dann klarer abgegrenzte Mittelfläche steht unverändert zum Bummeln zur Verfügung. Optisch deutlicher von ihrer Umgebung sollen sich künftig auch die Parkflächen abgrenzen, die dafür eine Markierung mit andersfarbigen Natursteinborden erhalten. Die Konzeption für die Umgestaltung des Areals sieht darüber hinaus die Einrichtung von "Verweilzonen" vor dem Andreasbrunnen sowie vor den Gebäuden Bautzener Straße 1, Markt 3 und 10 vor.

Ladestation für E-Bikes

Blinden und Sehbehinderten soll die Überquerung des Marktbereiches durch ein Leitsystem mit abgesenkten Gehwegeinfassungen erleichtert werden. Die historischen Altstadtleuchten werden künftig mit modernen LED-Leuchtmitteln bestückt. Auch ihrer Rolle als Metropole der Elektromobilität will Kamenz mit der Neugestaltung gerecht werden: "Mit der Errichtung von Ladestationen für E-Bikes auf dem Marktplatz und später für Elektroautos auf dem Buttermarkt setzen wir entsprechende Akzente", so Gudrun Richter.

Nachdem sich der Stadtrat im Dezember für die Baumaßnahme ausgesprochen hat, läuft derzeit das Ausschreibungsverfahren. Spätestens am 8. Mai soll mit den Arbeiten begonnen werden. Der Gesamtabschluss ist für Ende November vorgesehen.

Die Kosten belaufen sich auf 430 000 Euro, wovon circa 187 000 Euro über das Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" zur Verfügung stehen.