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Kamelienblüte
Rosenrot und Schneeweißchen begrüßen Gäste in Königsbrück

Die Königsbrücker Kameliendamen 2018: Schneeweißchen Caprice Zickler und Rosenrot Linda Bahr.
Die Königsbrücker Kameliendamen 2018: Schneeweißchen Caprice Zickler und Rosenrot Linda Bahr. FOTO: Reinhard Hoffmann
Königsbrück. Am 14. Januar wird um 14 Uhr die Königsbrücker Kamelienausstellung geöffnet. Eine der Besonderheiten: wie Feenhauch duftende Blüten. Von Reinhard Hoffmann

Jährlich wollen zur Hauptblütezeit von Mitte Januar bis in den April etwa 10 000 Besucher in Königsbrück den ältesten zusammenstehenden Kamelienbestand nördlich der Alpen sehen.  Dessen Ursprung  liegt in der Zeit um 1820, als die Grafen von Hohenthal das Schloss besaßen. Kamelien waren damals  Kultpflanzen der Herrschaftlichen und Reichen. Damen von Welt trugen Kamelienblüten als Accessoires.

Die  ältesten Kamelien in Königsbrück sind um  190 Jahre alt. Sie beeindrucken mit Hunderten roten und weißen Blüten und einer Höhe von sechs Metern. Der Baum Altaeiflora  ist sogar der älteste seiner Sorte in Deutschland.  Weitere Pflanzen sind zwischen 50 und 100 Jahren alt und 15 Spalierkamelien vervollständigen die Kollektion.

Im Kamelienhaus am Schloss wurden übrigens in den 1970er-Jahren auch Gemüsegurken angebaut. Nachdem der Freistaat Sachsen das Schloss veräußer hattete, kamen unruhige Zeiten auf. Der Vorsitzende des Heimatvereins Königsbrück und Umgebung,  Peter Sonntag, erinnert an Anstrengungen des Vereins, um das Ambiente des Schlosses zu bewahren.  So bauten Vereinsmitglieder den Schlossturm am Eingang wieder auf.

Nach Auszug der AWO aus dem Schloss wurde dieses an einen Investor verkauft. Die Kamelien schienen dabei in Vergessenheit zu geraten. Es gab sogar Überlegungen, die wertvollen Pflanzen  umzusetzen. Aber die hatten schon zu starke Wurzeln, waren mit dem Mauerwerk des hinfälligen Gewächshauses  verwachsen. Deshalb bat vor 20 Jahren der Freistaat den Verein, die Pflege der Kamelien  zu übernehmen.

Um die wertvollen Pflanzen zu erhalten, starteten Königsbrücker  viele Hilfs- und Rettungsaktionen. Ohne staatliche Zuschüsse erfolgten  umfangreiche Umbauten am Gewächshaus, um die Voraussetzungen für die artgerechte  Präsentation der Pflanzen zu  schaffen. Am 16. Januar 2000  wurde das Gewächshaus  wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Seit 2004 führen Königsbrückerinnen durch das rot-weiße Blütenmeer. Caprice Zickler als Schneeweißchen und Linda Bahr als Rosenrot, Schülerinnen der Königsbrücker Oberschule,  werden in diesem Jahr die Besucher begrüßen.

In der Fachwelt war man begeistert über die  „Wiederbelebung“ der Königsbrücker Kamelien. Gärtner und Liebhaber  aus der Schweiz, England, Japan, Australien und den USA kamen nach Königsbrück. Der Andrang an Interessenten  ist  überwältigend. An manchen Tagen werden 500 Besucher registriert.

 Dank der fachlich versierten Pflege des Bestandes konnten wertvolle Kamelien der aufgelösten botanischen Sammlung Zuschendorf  bei Pirna nach Königsbrück verpflanzt worden.

Weltweit gibt es etwa 200 Sorten der Pflanze und  fast alle Blüten sind geruchsneutral. Erstmals wurde im Jahr 2016 die  seltene Duftkamelie „Souzas Pavlowa“ in Königsbrück vorgestellt. Sie  verbreitet  einen betörenden Duft, den Peter Sonntag als „Feenhauch“ bezeichnet. Linda Bahr – die Zehntklässlerin der Oberschule Königsbrück tritt in diesem Jahr erstmals als Rosenrot auf, schwärmt von einem Duft von Frühling,  der sofort gute Laune verbreitet.

In den vergangenen Jahren waren die zum Verkauf angebotenen Duftkamelien  nach wenigen Tagen vergriffen. Der Verein hat vorgesorgt und 100 Exemplare vom italienischen Lago Maggiore importiert, die zur Eröffnung am 14. Januar zur Verfügung stehen. So ist die Kameliensaison  in Königsbrück nun auch zu riechen. Viele Kamelienbilder sind im aktuellen Kalender zu sehen. Auch er wurde  nachgedruckt.

Geöffnet ist Sonntags  von 10 -17 Uhr oder nach Voranmeldung.

Der Eintritt in das Gewächshaus ist kostenlos, jedoch ist der Heimatverein auf Spenden angewiesen. Diese werden für  Pflegearbeiten und  für das Betreiben der Heizungsanlage  verwendet.

Mehr zu erfahren im Internet unter www.heimatverein.koenigsbrueck.de oder www.koenigsbrueck.de Informationen auch über die Königsbrück-Information 035795-42555