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Kaffeekanne weicht Trampolin

Im Gebrauchtwarenladen bietet Andrea Hartkopf Geschirr, Lampen und Co. an – statt verkauft wird ab dem Sommer aber nur noch gehüpft.
Im Gebrauchtwarenladen bietet Andrea Hartkopf Geschirr, Lampen und Co. an – statt verkauft wird ab dem Sommer aber nur noch gehüpft. FOTO: mft1
Hoyerswerda. Mit einem großen Ausverkauf am Freitag ab 10 Uhr geht die Zeit des munteren Gebrauchtwarenhandels in der Otto-Nagel-Straße im WK X zu Ende. Ab dem Sommer 2017 soll im Tobix-Nebengebäude 'gejumpt' werden. Mandy Fürst / mft1

Eine Reportage im Fernsehen brachte Andrea Hartkopf, die Betreiberin des Handels und des benachbarten Indoorspielplatzes Tobix, im Dezember auf die Idee, die Halle zu einem großen Trampolinfeld umzufunktionieren. Entstehen soll ein Areal mit 26 Springfeldern verschiedenster Größe und Form, auf denen auch in Gruppen gesprungen und sogar Baskett- und Völkerball gespielt werden kann. Zwei Foam Pit Schnipselgruben laden zu Salto- und Balanceübungen ein. Schräge Netze an der Wand vervielfältigen die Bewegungsmöglichkeiten. Für die unter 8-jährigen Besucher werden extra Kindertrampolins zur Verfügung stehen. Alle Gäste können die für das Betreten der Parcours notwendigen "Stoppersocken", also Spezialstrümpfe, die mit einer bestimmten Art Noppen versehen sind, beim ersten Besuch käuflich erwerben. Im Gastronomiebereich gibt es zur Stärkung echte Hausmannskost. Auch Geburtstagsfeiern in einem separaten Raum werden möglich sein.

Es wird sogar Springkurse mit Trainern geben. Einsteigern ist ein solcher Lehrgang unbedingt zu empfehlen, sagt Andrea Hartkopf. Auch sie selbst werde sich vor der Eröffnung noch schulen lassen. Man müsse schließlich wissen, wovon man redet, findet die Unternehmerin, die erneut kräftig in ihren Spiel- und Spaß-Stützpunkt investiert. Da nicht nur die Geräte der Firma "Designgroup", aus deren Werkstätten auch schon die Tobix-Ausstattung stammt, finanziert werden müssen, sondern ein umfassender Umbau der rund 1000 Quadratmeter großen Halle ansteht, schlägt die Gesamtinvestition mit etwa einer halben Million Euro zu Buche. Ein Eingangsbereich, die Gastronomie, Sanitärräume, Heizungsanlage und Stromleitungen, Garderoben- und Umkleideräume, alles muss neu und modern in die Halle eingebaut werden. Einer der kostenintensivsten Posten werden Dachfenster sein, die Tageslicht in die Halle bringen.

Dafür aber bekommt Hoyerswerda mit dem Trampolinpark wieder ein Alleinstellungsmerkmal, unterstreicht Andrea Hartkopf. In Ostdeutschland hätten nur die Großräume Leipzig und Berlin ähnliche Anlagen zu bieten. Entsprechend vertraut sie auf die mündliche Zusicherung aus der Stadtverwaltung, die Otto-Nagel-Straße als Zufahrt zu dem neuen Freizeitensemble von der unbewohnten Seite her in absehbarer Zeit nicht anzutasten. Und sie setzt auf den Zuspruch, mit dem schon Tobix angenommen wurde. Etwa 10 000 Besucher konnten Andrea Hartkopf und ihr Team, für das immer Verstärkung gesucht wird, im letzten Jahr willkommen heißen.

Leider käme nur etwa jeder Fünfte aus Hoyerswerda, sagt Andrea Hartkopf. Genau diese Tatsache aber bestärke sie in ihrer Überzeugung, dass der Trampolinpark die überregionale Anziehungskraft des Standortes noch steigern kann.