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| 18:16 Uhr

Erstes glasfaserversorgtes Haus in Hoyerswerda
Kabelmax will jetzt loslegen

 Der erste Glasfaseranschluss der neuen städtischen Gesellschaft Breitband Hoyerswerda: Geschäftsführer Jan Schulze (Mitte) und Ramona Schulze beglückwünschen Zahnärztin Anja Thorhauer (r.).
Der erste Glasfaseranschluss der neuen städtischen Gesellschaft Breitband Hoyerswerda: Geschäftsführer Jan Schulze (Mitte) und Ramona Schulze beglückwünschen Zahnärztin Anja Thorhauer (r.). FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Der Glasfaser-Ausbau in Hoyerswerda ist bereits gestartet. Einen genauen Ablaufplan soll es Mitte des Jahres geben. Von Sascha Klein

Die neue Breitband-Gesellschaft unter dem Dach der Städtischen Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda (SWH) macht Nägel mit Köpfen. Am Mittwoch hat Geschäftsführer Jan Schulze das erste glasfaserversorgte Haus des neuen Unternehmens vorgestellt. In der Alten Berliner Straße versorgt der Anbieter, der weiterhin unter dem Namen „Kabelmax“ unterwegs ist, zwei Gewerbeeinheiten und 16 Wohnungen.

Für das Unternehmen ist das der Beginn einer Offensive in Hoyerswerda. Seit 1. Januar dieses Jahres gehört Kabelmax zur Gruppe der Städtischen Wirtschaftsbetriebe. Erst im November 2018 hatte der Hoyerswerdaer Stadtrat grünes Licht für den Kauf der Schulze Breitbandgesellschaft durch die SWH gegeben. Die Gesellschaft, in der Region seit 2010 unter dem Namen „Kabelmax“ bekannt, hat ihren Sitz in der Hoyerswerdaer Ackerstraße und firmiert nun als Breitband Hoyerswerda GmbH (BBH). Die Städtischen Wirtschaftsbetriebe verstehen die Telekommunikation inzwischen als eine Art Grundanspruch der Bürger – ähnlich wie Strom, Wärme, Wasser und Abwasser. Damit begeben sich die Stadtwerke auf ein völlig neues Geschäftsfeld. Allerdings: Mit Jan Schulze ist der bisherige Chef auch weiterhin als Geschäftsführer an Bord. Im November hatte SWH-Geschäftsführer Falk Brandt vor dem Stadtrat erklärt, dass die Wirtschaftsbetriebe in den kommenden vier Jahren rund fünf Millionen Euro in den Breitbandausbau in Hoyerswerda stecken. Ziel ist der Aufbau und Betrieb eines eigenen Glasfasernetzes in Hoyerswerda. In diesem Schritt sollen bis zu 12 000 Wohneinheiten angeschlossen werden. Bis jetzt versorgt Kabelmax nach Angaben der SWH rund 4200 Kunden in Hoyerswerda, Lauta, Bernsdorf und Schwepnitz mit Telefon- und Fernsehprodukten sowie mit Internet. Der Plan: Bis 2020 sollen es 5800 Kunden sein, bis 2023 sogar knapp 8000.

  Jan Schulze, Geschäftsführer der Breitband Hoyerswerda GmbH (Kabelmax) zeigt die Adern eines Glasfaserkabels.
Jan Schulze, Geschäftsführer der Breitband Hoyerswerda GmbH (Kabelmax) zeigt die Adern eines Glasfaserkabels. FOTO: LR / Sascha Klein

An diesen Zielen hat sich Jan Schulze zufolge auch nichts geändert. Wie die neue Breitbandgesellschaft dabei genau vorgeht, werde zurzeit erarbeitet: „Die Ausbauplanung läuft. Wir hoffen, dass wir Mitte dieses Jahres verwertbare Aussagen dazu machen können“, so Schulze. Ein wenig ist die SWH bereits unter Zugzwang, denn direkt nach der Entscheidung, Kabelmax zu übernehmen, ist das städtische Unternehmen in die Werbung gegangen. Rund 400 Interessenten für einen Glasfaseranschluss hätten sich über das Internetportal gemeldet, betont Stefanie Melcher von der SWH.

Zunächst will Kabelmax an zwei Pilotprojekten testen, wie der Glasfaserausbau in bestehenden Gebäuden funktioniert. Testobjekte sind je ein Haus der Wohnungsgesellschaft (Am Elsterbogen) sowie eines der Lebensräume (Albert-Schweitzer-Straße). Bis Ende April soll der Ausbau in diesen beiden Wohnblöcken abgeschlossen sein. Dann erhofft sich Jan Schulze neue Anhaltspunkte für die weitere Ausbauplanung. Dass es aufgrund von Engpässen bei Firmen oder aufgrund der Infrastruktur zu Problemen kommen könnte, glaubt Jan Schulze nicht. Die SWH-Gruppe habe etliche Vertragsfirmen, die Aufgaben übernehmen können. Zudem habe die VBH bereits bei früheren Projekten ausreichend Leerrohre mit in die Erde gelegt, sagt der Kabelmax-Geschäftsführer. Diese könnten nun einfach genutzt werden.