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| 02:51 Uhr

(K)eine Bernsdorfer Ein-Mann-Show

Bernsdorf. Obwohl Harry Habel der einzige Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Bernsdorf gewesen ist und mit 97 Prozent ein Traumergebnis einfuhr, entfielen in Bernsdorf 53 Stimmen auf Kandidaten, die gar nicht zur Wahl angetreten waren. Heinz Hirschfeld

. Bei der Wahlparty am Sonntagabend im Bernsdorfer Waldhof war dem einzigen Kandidaten für das Bernsdorfer Bürgermeisteramt, Harry Habel (CDU), die innere Anspannung noch anzumerken. Erst als das Ergebnis klar war, wirkte der erfahrene Kommunalpolitiker glücklich und gelöst. Sieben Jahre an der Bernsdorfer Rathausspitze finden eine Fortsetzung. Habel ist neuer und alter Bürgermeister.

4 800 Bernsdorfer waren aufgerufen, am Sonntag ihren Stimmzettel abzugeben. 97 Prozent der 1960 gültigen Stimmen entfielen auf den Amtsinhaber. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 35,7 Prozent einen neuen Tiefststand. Obwohl Habel der einzige Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Bernsdorf war, entfielen 53 Stimmen auf Personen, die gar nicht zur Wahl angetreten waren. Siebenmal wurde der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Bürgermeister von Oßling (1991 bis 1994), Henry Nitzsche, gewählt.

Auch der ehemalige Bürgermeister von Wiednitz, Gottfried Jurisch, wurde sechsmal benannt. Und das, obwohl Gottfried Jurisch sich bereits öffentlich aus allen kommunalpolitischen Ämtern verabschiedet hatte. Auch die Leiterin des Bernsdorfer Hauptamtes, Gabriele Witschaß, wurde auf fünf Wahlzetteln gelistet. Der Name von Landratsamt-Mitarbeiter Markus Neumann wurde ebenfalls mehrmals benannt. Etwa 45 Gäste waren zur Wahlparty in den Waldhof gekommen. Glückwünsche gab es auch vom Bernsdorfer Pfarrer Gerd Simmank und seiner Ehefrau Monika. Zu den ersten Gratulanten gehörten auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). "Für mich ist es einfach toll, mit meiner Familie zu feiern, mit meiner Juliane, meinen beiden Söhnen Matthias und Sascha, die extra aus Braunschweig und München gekommen sind", so Habel. Landrat Michael Harig (CDU) hatte aus dem Urlaub in Tirol angerufen.

Zum Thema:
Das Traumergebnis von 100 Prozent Wählerstimmen konnte zuletzt der FDP-Bundestagsabgeordnete Peter Haustein im Erzgebirgsort Deutschneudorf einfahren. Seit der Kommunalwahl stellt die FDP dort alle zwölf Sitze im Gemeinderat. Wie in Bernsdorf gab es auch in Deutschneudorf keine Gegenkandidaten. Haustein trägt seitdem den Titel "Mister 100 Prozent". Weltberühmt wurde der Politiker mit seiner hartnäckigen Suche nach dem Bernsteinzimmer, das er immer wieder in dem kleinen Erzgebirgsort vermutete. ald